WESUV-ON-TOUR.de
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Tagebuch

Endlich !
Unsere Reisevorbereitungen sind abgeschlossen.
Seit unserem Entschluß im Januar dieses Jahres ( 2012 )
von Oktober bis Dezember eine Auszeit zu nehmen und nach Marokko zu reisen sind jetzt einige Monate vergangen .
Und wir hatten viel zu tun .


- ein passendes Fahrzeug finden
- die Technik des Fahrzeuges optimieren, durch Selbsteinbau und Erneuerungen
- sich mit der Technik und den Funktionen des Fahrzeuges vertraut machen
- viele Termine einplanen und abhaken
- Testfahrten machen 
- Listen erstellen - Inventar - to do - Medikamente -usw.
- Kartenmaterial beschaffen
- Ersatzteile und Werkzeug zusammen stellen
- Reiseberichte studieren
- Bücher anschaffen und lesen
- die Homepage erstellen
- einige Dinge neu anschaffen -zB. Schneeketten , neues Navi , externe Festplatte
- einen Roller kaufen
- Heckgarage ausbauen , mit Regalen und verschiedenen Halterungen
- einen Hundesitter finden bei dem es unserem Liebling auch richtig gut geht !!!!  sehr wichtig !!
- Post -Zeitung - Werbung abmelden
- Reisekrankenversicherungen und Fahrzeugversicherungen abschließen
- und noch vieles mehr !
 
Aber jetzt ist es geschafft und es kann los gehen .
Wir werden uns über Frankreich nach Spanien bewegen und die politische Lage im Auge behalten .
Durch das Video das im Moment die Islamische Welt aufwühlt ist doch etwas Vorsicht geboten.
 
 
 


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Wir starten

Samstag-22.September 2012
Halli-Hallo !
Heute ist unser erster Tag - wir sind nach leichten Anlaufschwierigkeiten um 16°° Uhr gestartet.
Wie immer geht es ja bei uns nicht einfach so
-ohne Probleme -NEIN!
Da war er wieder !!!
- der kleine Defekt der immer im letzten Moment auftaucht ,
aber immer an verschiedenen Orten , dieses mal war es das Fliegengitter an der Beifahrerseite das auf einmal nicht mehr hoch gehen wollte.Unter bösen Beschimpfungen wurde das Ding ausgebaut, repariert und wieder eingebaut -mit Androhung mit sofortiger Eliminierung  -bei Arbeitsverweigerung.Aber dann waren wir soweit und es lief gut.Keine Staus, keine Probleme ging es Richtung Breisgau in das schöne Freiburg auf einen unserer Lieblingsstellplätze -
http://www.stellplatz-freiburg.de/
Wir wurden wieder nett empfangen und haben auch gleich wieder eine nette Bekanntschaft gemacht. Und morgen sieht man dann wieder weiter .


Sonntag , 23.9.2012
Heute hat vor 10.³° Uhr kein Auge bei uns gezuckt!
Wir haben einfach ausgeschlafen und uns mental auf die kommende Zeit eingestellt.
Arbeitsmodus ausgeschaltet , Reisemodus eingeschaltet , Hochleistungsmodus auf
Drive slowly eingestellt.
Gemütliches Frühstück und dann ab nach Freiburg ,
http://www.freiburg.de/pb/,Lde/205243.html
eine der schönsten Städte Deutschlands.
Im Studentenlook gekleidet , mit Sonnenbrille und alten Fahrrädern mischen wir uns unters Volk. Bei strahlend blauen Himmel sitzen wie in einer schönen Ecke in einem urigen Biergarten direkt neben dem Freiburger Krokodil , das aus dem Wasser schaut.
Später , zurück auf dem Stellplatz lernen wir Meli und Wolfgang kennen , die seit 5 Jahren im Wohnmobil leben http://wohnmobilleben.jimdo.com/rss/blog
Wir kennen auch bereits Freunde von den beiden  http://www.amumot.de/
die wir an der Mosel kennen gelernt haben und
deren Homepage wir seither regelmäßig lesen.
Wir unterhalten uns super gut , die beiden sind ein echt nettes Pärchen.
Wolfgang kennt sich super mit Navis, PCs und anderen technischen Dingen aus und erklärt uns erst einmal die Funktionen unseres neuen Garmin- Navi und ist uns auch bei unserem PC behilflich und erklärt uns dass unser Receiver dringend ein neues update benötigt. Darum werden wir uns morgen erst einmal kümmern.
Dankeschön Wolfgang –
Das ist das Schöne am Campen, das man immer neue, nette Leute kennen lernt.



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Montag,24.9.2012
Wir hatten das Glück das Wolfgang heute nochmal Zeit für uns hatte und unsere Satanlage wieder auf den neusten Stand gebracht hat.Tolle Sache.Am Nachmittag haben wir uns verabschiedet und sind wieder los.
Wir sind heute weiter gefahren nach Frankreich , Richtung Lyon und übernachten auf einem kleinen Campingplatz auf dem wir schon einmal waren in Baume-Les-Dames an einem schönen Kanal .
Beim letzten Besuch war Smudo dabei daher kennen wir die schönen Gassiwege entlang des Kanals.Der Stellplatz ist wieder völlig belegt da viele hier auch mit Booten fahren.
Aber auf unserem Campingplatz ist wieder ein Plätzchen frei.
Ruhig und schön !

 
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Dienstag , 25.9.
Heute morgen hat es geregnet und es war sehr nebelig.Daher haben wir beschlossen heute ein paar Kilometer herunter zu fahren - Richtung Süden -
Da es sich bei diesem Wetter nicht gelohnt hätte Landstraße zu fahren nehmen wir die Autobahn und hören auf der Fahrt HP Kerkeling -"Ich bin dann mal weg."
Als Übernachtungsplatz haben wir uns etwas Besonderes ausgesucht .
Eine Trüffelfarm !  www.ayme-truffe.com
das hatten wir uns für den nächsten Frankreichbesuch vorgenommen.
Die Anfahrt ist wunderschön , mitten durch Lavendelfelder und kleinen sehr gepflegten Örtchen und an dem imposanten Schloss in Grigan  vorbei das über der schönen Ortschaft thront.
Das Gut Domaine de Bramarel liegt schön versteckt im Hinterland .
Wir werden von zwei Labradorhunden stürmisch begrüßt .Das sind hier die Trüffelhunde.
Die Besitzer laden uns sofort in ihre urige Stube ein und wir bekommen als Begrüßung Baguette mit Trüffelöl serviert . Das schmeckt sooo lecker!
Nach einem netten Gespräch und einige Infoblätter über Trüffel und Trüffelrezepten dürfen wir unter alten Eichenbäumen direkt unterhalb des Haupthauses kostenlos übernachten.
Morgen werden wir uns noch mit Trüffel eindecken -direkt vom Anbieter - besser geht es nicht !


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Mittwoch,26.9.
Heute haben wir es nun endlich geschafft auch einmal Carcassonne zu besuchen.
Die Fahrt dorthin war einfach schön , da wir uns schon entspannt fühlen und unser Womo schon zu unserem Heim geworden ist .
Heute haben wir angefangen die Biografie von Ferdinand Piech´zu hören.Sehr interessant!
Dann Carcassonne :
Die mittelalterliche Oberstadt ist mit 53 Türmen und 3km lückenlosen Mauerwerk Europas besterhaltene Festungsstadt.
Die Cite´von Carcassonne hat einen besonderen Flair.Es gibt schöne kleine Geschäfte und romantische Restaurants.Und viele Ecken die zum Verweilen einladen , himmlische Schokoladen und Nougat in allen Geschmacksvarianten !
An solchen Orten hätten wir gerne eine Kristallkugel um das zu sehen was uns die Geschichte erzählt und um Einzelschicksale zu erfahren.
In der schönen aber düsteren Kirche die diesen etwas muffigen Geruch hat wie viele alte Kathedralen , hatten wir das Glück das gerade ein Männerchor alte Kirchenlieder sang . Russische   Lieder die mit schönen Stimmen, traurig und mit Wehmut und Hingabe das Kirchenschiff erfüllten.  Wir haben uns in eine Bank gesetzt und still zugehört.Nur bei Kerzenschein hat dieser Gesang eine eigentümliche Stimmung verbreitet und unsere Seelen berührt .
In solchen Momenten schließen wir die Augen,unserer Hände finden sich ohne Worte und im  Innersten sind wir dankbar für den Mensch an unserer Seite  und unser schönes Leben und für alle Menschen die uns auf unserem Lebensweg ein Stück begleiten.
Ernst und im Gedenken an alle die Menschen die wir lieben und die nicht mehr bei uns sind  haben wir ein Seelenlicht angezündet.
Abends hat es uns noch einmal in die Festung gezogen die wunderschön beleuchtet war.
Bei milden Temperaturen sind wir noch einmal durch die jetzt stillen Gassen geschlendert.
Solche Tage braucht man ab und zu um sich wieder zu erden und sich und das Leben wieder bewusster wahr zu nehmen.Und wir wissen solche Erlebnisse sehr zu schätzen.



Donnerstag, 27.9.
Heute Morgen sind wir bei Sonnenschein in Carcassonne los gefahren Richtung Barcelona.
Eigentlich wollten wir über den Microstaat Andorra fahren - ein Paradies für Shopper- steuerfrei
Aber uns ist einfach nichts eingefallen was wir kaufen sollten !
Also  haben  wir uns reichlich Zeit gelassen und sind über  locker über die Autobahn gedüst -
da haben wir die Moneten auch losbekommen.
" Man soll immer so reisen , das die Seele auch Schritt halten kann ".
Deshalb haben wir einfach die Fahrt genossen , ab und zu eine Rast eingelegt um die Sonne zu spüren und uns an der sich wandelten Landschaft zu erfreuen.
Gleich nach der spanischen Grenze war es dann aus mit Naturschönheit .
Hier in Katalonien sieht man Kilometer weit die Spuren der Brände , das lässt einem schon die kalten Schauer über den Rücken laufen.Trostlos und verlassen stehen die Überreste der Vegetation in schwarzer ,  verkohlter Erde.
Aber der Gedanke das die Flora sich nicht einfach ausrotten lässt und sich durch Asche und Asphalt kämpft und irgendwann wieder grüne Blätter und Blumen hier zu sehen sein werden  ist schon eine schöne Vorstellung - da wir wissen das es so sein wird!
Als wir dann nach Barcelona gekommen sind ,  in den Großstadtdschungel, mit endlosen Autoschlangen , Getöse , Abgase und einer völligen Reizüberflutung wussten wir sofort wieder warum wir Naturliebhaber sind und keine Stadtmenschen.
Aber wir sind schon zwei mal durch Barcelona gefahren ohne die Stadt anzusehen.
Das werden wir jetzt dieses mal auch auf unserer Liste abhaken.
Gaudi wir kommen !

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Freitag , 28.9.2012
Barcelona !Was für eine Stadt!
Es sei gleich vor weg gesagt - ein Tag für diese Stadt einzuplanen ist genau das Richtige!
Denn hier lohnt sich jeder weitere Besuch,so das es immer wieder einen Grund gibt wieder hier her zu kommen.Egal ob Kunstliebhaber, Sportinteressierte,Studenten,Weltenbummler oder Städtereisende , hier gibt es für jeden viel zu sehen und zu erleben.
Wir haben auf einen LKW- Stellplatz übernachtet der für Wohnmobile Stellfläche anbietet . Nicht schön und nicht billig aber in der Stadt , so das wir morgens in 10 Minuten an der U-Bahn waren und keine 15 Minuten später mitten in der Stadt.Als wir aus der Station gekommen sind hat uns sofort der Puls der Stadt eingefangen.Ein Getümmel von Menschen die laut schwatzend in alle Richtungen laufen-ein Sprachengewirr das uns die Vielfalt der Bewohner und Besucher offenbart.
Nicht nur eine europäische Hauptstadt sondern eine Weltstadt die uns willkommen heißt - OLA !!
Und man muss nicht nach dem Einfluss von Gaudi suchen da es ja sehr viele sehr bekannte Bauten von ihm gibt.Er hat diese Stadt geprägt wie kein Anderer.Aber überall fallen uns die kleinen besonderen Einzelheiten an den Häusern auf.Anderes als in anderen Städten- wie zB Salzburg oder Wien, die auch heute noch den Charme der Monarchie und die Eleganz vergangener Tage spiegeln,offenbart sich uns Barcelona als ein Stadt mit vielen Verspieltheit die die Heiterkeit und das Lebensgefühl der Spanier wieder spiegelt .Obwohl das Land schwere Zeiten durch macht fühlt man sich hier wohl und willkommen .Wir setzen uns gegenüber des Gebäude,das Gaudi als Hommage an den Drachentöter St. Georg geplant hat ,eine Weile hin und bei einem Cappuccino kommen wir schnell mit ein paar Holländerinnen ins Gespräch.
Das Gebäude "Casa Batllo´" ist einfach umwerfend schön,einfach mal googeln  , das weckt mit Sicherheit das Interesse an diesem Künstler .
Seine Werke bestehen aus geschwungenen Linien und Farbkompositionen so leicht und bunt wie das Leben sein sollte !
Wir kaufen eine Karte für den Touristikbus der drei Routen fährt.Man kann sich im Bus mit Kopfhörer die Sehenswürdigkeiten zeigen und erklären lassen und erfährt so auf eine schnelle Art viel Interessantes.Aber man kann auch an jeder beliebigen Haltestelle aussteigen, wie wir es getan haben und sich die beschriebenen Punkte genauer ansehen und dann einfach wieder einsteigen und die Zeitzeugen der Geschichte an sich vorüber ziehen lassen.
Wir haben uns bei jedem Thema etwas aus gesucht Gaudi- Olympia - Kathedrale- Ramblas-Hafen-
aber wir haben auch nicht versäumt uns die Freiheit zu gönnen einmal ohne Zeitdruck und Reue das Leben nur einfach zu genießen. Da ein Kaffee , dort ein paar Tapas , den Straßenkünstlern  bei ihrer Darbietung zu zusehen , die kleinen Gassen zu erkunden und in der großen Markthalle die Düfte  köstlicher Leckerbissen  einzuatmen und hoch über der Stadt , auf dem Hausberg  Montjui´c , einen unglaublichen Blick über die Dächer Barcelonas und den gesamten Hafen zu werfen.
Und wir wollten die Gelegenheit nutzen den Abend in dieser rhythmischen Stadt zu verbringen
und haben  uns ein kleines Restaurant abseits des Trubels, der auch in der Nacht nicht abbricht , gesucht , in dem nur Spanier saßen .
Mit einer Paella und einem schönen Glas Wein haben wir den Tag verabschiedet.
Müde aber ausgefüllt mit wunderschönen Eindrücken sind wir zurück zu unserem Nachtdomizil gefahren.
Wir hatten uns schon aus den nächsten Tag gefreut , den wir ausschließlich für " Park Güell" reserviert hatten , ein Märchenpark für Erwachsene - der Fantasie Antoni Gaudis entsprungen.
Jedes Land hat eben einen " König Ludwig " und wir finden das einfach toll.
Aber die Natur machte uns leider einen Strich durch die Planung da es in der Nacht zu regnen anfing und es auch am Morgen noch goss wie aus Eimern.
Da die Wettervorhersage keine Besserung angezeigt hat haben wir es als Aufforderung hingenommen , diese Stadt einfach wieder zu besuchen zu müssen und darauf freuen wir uns jetzt schon .
Wir haben ganz gemütlich unsere sieben Sachen verstaut -oder auch zehn !
und sind losgejetet -Richtung Valencia -begleitet von Regen und der lieben Stimme unseres Navis.


Samstag , 29.9.2012
Wir sind im strömenden Regen los gefahren, die Straßen waren zum Teil überflutet.Es war sehr anstrengend bis wir aus Barcelona heraus waren da man durch den Regen die Straßen fast nicht sehen konnten-da nützt auch das Navi nicht viel .
Auch auf der Autobahn war es mühselig mit dem Fahren. Aquaplaning und das Aufpassen auf das eigene Fahrzeug und die anderen Fahrer erforderte unsere ganz Konzentration.
Und man konnte natürlich auch nur langsam fahren , so das wir beschlossen haben , so lange zu fahren bis der Regen aufhört oder zumindest nachlässt.
Gegen Abend und ein paar Stopps zum Essen und Ausruhen haben wir uns einen kleinen Campingplatz gesucht der auch Wifi hat und haben unsere Berichte und Bilder zusammen gestellt.
Morgen soll das Wetter hier besser werden-hoffentlich !

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Sonntag ,30.9.2012
Übernachtet haben wir in Moncofa auf dem selben Campingplatz wie 2009 als wir von Portugal nach hause gefahren sind.Auch wieder ein kleiner Platz mit nur wenigen Plätzen , aber die Betreiber sind sehr nett und der Platz ist sauber.Natürlich wurden wir gleich von den deutschen Überwinterern begrüßt und mit Tipps eingedeckt und  heute Morgen auch verabschiedet.
Wir haben dann heute  eine längere Tour gemacht um wieder ein größeres Stück weiter zu kommen
Unsere Fahrt führte uns  bis Alhama de Murcia etwas unterhalb von Murcia ,auf einen Stellplatz der von einem deutschen Ehepaar geführt wird . Die Betreiberin war sehr erfreut als sie gesehen hat das wir HN auf der Nummerntafel haben.Sie ist ursprünglich  auch auch aus Heilbronn und lebt seit 15 Jahren hier in Spanien.Was für Zufälle es doch manchmal gibt !!
Die Landschaft wechselte öfters ihr Gesicht da wir vom Meer weg übers Inland fuhren , vom Flachland bis auf eine Höhe von 1024 Meter und wieder ans Meer zurück .
Bei Moncofa ist die Landschaft nicht sehr schön und die Orte sind  nicht sehr einladend.Für unsere Begriffe zu viel Müll und zu viel vermüllte leere Flächen.
Wenn man weiter ins Inland kommt sieht man Rebenflächen -Weinanbau .
Anders als bei uns werden die Weinstöcke niedrig gehalten.
Dann geht es höher hinauf und die Flächen werden karger und sind zum Großteil ohne Bewirtschaftung.Dann  folgen große Felder mit Olivenbäumen - der Boden trocken , die Bäume schön und alt und knorrig.
Und dann folgt eine Gegend - ganz oben, im höchsten Teil - die aussieht wie eine Mondlandschaft, rote Erde , Steppengras ,verfallenen Gebäude , Einöde.
Wieder auf dem Weg nach unten tauchen die großen Gewächshäuser auf in denen hauptsächlich Tomaten gezüchtet werden.Riesige weiße Folienflächen.
Um so mehr wir wieder Richtung Meer kommen sieht die Gegend verwüstet , mit Schlamm überzogen und zerfetzt aus .Erst auf dem Stellplatz erfahren wir von der Besitzerin das hier vor zwei Tagen ein schweres Unwetter getobt hat , mit 10 Toten.Weiter unten , Richtung Almeria muss es noch schlimmer gewesen sein.Wir sind erschüttert aber auch froh das wir nicht schon hier waren als das passiert ist.Wir werden eine Nacht hier bleiben und morgen so weit wie möglich weiter Richtung Malaga fahren.

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Montag,1.10.2012
Heute Morgen wurden wir von Sonnenschein geweckt ! Raus aus den Federn -klar Schiff gemacht und los ging es .
Wir wollten eigentlich an der Küste entlang nach Malaga fahren aber durch die verheerenden Unwetter waren einige Straßen und auch ein längeres Stück der Autobahn noch gesperrt so das wir uns für die Route über die Berge nach Granada entschieden haben .Teilweise war die Straße nur halb befahrbar.In einem kleinen Ort in den Bergen nach Lorca steckte ein Lastwagen in einem Durchlass fest.Die Straße war völlig aufgeweicht und ein Stück der Fahrbahn war weggespült.Mit Hilfe von Werner und noch einem Spanier wurde der LKW Zentimeter für Zentimeter durch den engen Durchlass manövriert.Es mussten Steine unterlegt werden damit das schwere Teil Halt bekommen hat.Aber der Fahrer war auch ein Profil mit viel Fingerspitzengefühl der seine Sachen hervorragend und mit viel Geduld gemeistert hat.Nach einigen Grüßen und Dankesworten konnten auch wir unsere Reise weiter führen.
Richtung Andalusien wurden einige Erinnerungen wach.Hier haben wir vor 26 Jahren den schönsten Urlaub mit unseren -damals noch sehr kleinen Kindern - mit einem  von Freunden geliehenen VW-Bus gehabt. Bilder davon seht ihr in den Reiseimpressionen.Wir waren damals einfach losgefahren --ohne große Sorgen und Ängste -ohne lange zu überlegen.
Wir haben einfach gegessen was wir wollten und wann wir wollten , wir waren bei Tag und bei Nacht ohne Navi unterwegs und unserer Kinder hatten alle Freiheiten der Welt.Wir haben viele Bekanntschaften gemacht und uns alle Sehenswürdigkeiten in Andalusien angesehen.
Malaga -Granda-Ronda -Mijas-Marbella-Gibraltar-Sierra Nevada-und einiges mehr !
Wir hatten nicht viel Geld aber es war die schönste und glücklichste Reise die wir je mit unseren Kindern unternommen hatten.
Und heute so viele Jahre später wieder auf dieser Tour können wir sagen , wir waren schon  zu dieser Zeit ein außergewöhnliche reiselustiges Paar das auch seinen Kinder immer tolle Urlaube ermöglicht hat.
Und auch heute noch können wir sagen ,für uns ist Andalusien der schönste Teil Spaniens .
Eine wunderschöne abwechslungsreiche Landschaft -von den tollen Stränden bis hoch in die Sierra Nevada ! Alles ist einfach sehenswert und Spanien in seiner Ursprungsform.
Das bestätigt sich auch wieder als wir in einem kleinen urigen Restaurant einkehren und den wunderbaren kräftigen Schinken frisch von der Keule geschnitten , in leckeres Brot gelegt und mit Olivenöl beträufelt bestellen.Der Anblick äußerst lecker -aber der Genuss einfach ein Gedicht !
Am Abend suchen wir den Campingplatz in Torremolinos auf um unsere Wäsche zu waschen und die Bude mal zu putzen.Das war ein super schöner Tag mit vielen Gesprächen über "alte Zeiten "
und der Erkenntnis das wir auch schon als junge Eltern einfach Spitze waren !!
Und morgen geht es auf in neue Gegenden - nach Tarifa -da waren wir nämlich noch nicht .

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Dienstag,2.10.2012
Gestern Abend haben wir die Zeit noch gut genutzt und zwei Maschinen Wäsche gewaschen und im Trockner getrocknet-alles wieder sauber -alles wieder im Schrank !
Unser Platz war schön ruhig und wir haben super gut geschlafen.Deshalb sind wir heute morgen gut gelaunt und bei Sonnenschein abgefahren.Zu erst haben wir noch unseren Gastank gefüllt,damit wir in Marokko keine Gastankstelle suchen müssen. Da wir noch nicht genau wissen wie lange das Gas in diesem Fahrzeug reicht -mit Heizung,Kochen und Warmwasser machen,wollten wir wissen wieviel wir in 10 Tagen bis jetzt verbraucht hatten.
An der Zapfstelle stand uns ein Spanier gegenüber der bestimmt von uns dachte das wir einen an der Waffel haben als er sah das Werner für ganze 1,22 Euro Gas getankt hat 1,43 Liter !
Auch der Tankstellenbesitzer fragt uns ganz erstaunt ob wir den dann wenigstens noch Diesel tanken wollten aber -nein danke der Tank zeigt noch über halb an und denn machen wir dann erst im Marokko wieder voll-ca.0,70 Euro der Liter !
Die Fahrt nach Tarifa war schön wir sind erst ein Stück über die gebührenpflichtige Autobahn gefahren und haben dann später auf die kostenlose gewechselt die durch Ortschaften führt.
Die war zwar nicht so gut und etwas ruppig aber man bekam einfach mehr zu sehen.
Die zahlungspflichtigen Autobahnen sind dafür aber fast leer und gemütlich zu fahren und man muss nicht so aufpassen.
Wie schon erwähnt kennen wir Malaga -Marbella und die Küstenstraße schon und Algeciras wollten wir nicht ansehen .
Die Reiseroute führte uns wieder auf eine Höhe von 320Meter - die Hügel rund um Marbella sind alle verbrannt und man spürt selbst das Schaudern wenn man sieht wie nah an den Häusern das Feuer gewütet hat.Man möchte sich nicht vorstellen wie das wäre wenn das eigene Heim so von den Flammen bedroht wäre und man nichts tun könnte um sein Hab und Gut zu retten.
Die letzte Strecke ab Algeciras führt uns über die Berge und wir bekommen einen unglaublichen Blick auf die Wasserstraße von Gibraltar - die Strände von Tarifa und können die Küste von Afrika auch schon erkennen.
Als wir 1986 hier unten waren sind wir in Gibraltar über das Rollfeld des Flugplatzes gefahren und mit haben uns mit dem VW-Bus durch die Gassen von Gibraltar geschlängelt natürlich bei Nebel was sonst ! Gibraltar ist ja schließlich englisch !
Damals konnten wir auch die Küste Afrikas sehen und haben uns geschworen da fahren wir mal rüber ! Und was wir versprechen halten wir auch !!
Die Hügel die uns nach Tarifa führen sind mit unglaublich vielen Windrädern bestückt und das sieht so schöne aus  - wie Windmühlen !
Und an den Stränden sieht man die Schirme der Skyter wie Drachen am Himmel fliegen.
Die Temperaturen sind mild und angenehm und die Sonne lässt das Meer glitzern.
Wir haben uns einen schönen Campingplatz ausgesucht mit viel grüner Fläche , Palmen und direkt am Meer.Hier wollen wir jetzt mal zwei Tage bleiben und uns entscheiden mit welcher Fähre und von wo aus wir nach Marokko übersetzten.Die politische Lage scheint sich ja beruhigt zu haben.



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Mittwoch,3.10.2012
Der Tag begann wunderbar mit einem ausgiebigen Frühstück vor dem Wohnmobil in der Sonne und mit Eselgeschrei von der Wiese vor dem Campingplatz was sehr lustig war weil der arme Kerl so erbärmlich geschrien hat das er uns schon fast leid getan hat .
Nachdem wir unseren Haushalt gemacht haben hat sich Susi auf eine Bank vor die Rezeption gesetzt weil das wieder einmal der einzigste Platz ist an dem man Netzempfang hat .
Die Spanier sind da sehr großzügig , es wird mit Wifi auf den Plätzen geworben,also mit Internetzugang und das oft auch kostenlos aber wir haben schnell bemerkt das der Empfang hier unten in Andalusien oft so schlecht ist das man kaum eine Chance hat von seinem Platz im Campinggelände Empfang zu bekommen.Und selbst direkt vor der Rezeption ist das Signal oft sehr schlecht und man fliegt immer wieder aus dem Netz.Bilder aufladen ist da fast unmöglich.Die beste Möglichkeit ist Mac Donald da ist das Netz auch in ganz Frankreich und Spanien 24 Stunden kostenlos.
Also saß ich ( Susi ) vor der Rezeption und wurde schon nach ein paar Minuten von einer Katze entdeckt die weiß das da immer Leute sitzen .Zuerst hat sie es mit lautlosem Miauen probiert nur das Göschle hat sich geöffnet und geschlossen da musste ich schon lachen weil es so niedlich aus sah ,aber als ich nicht reagierte und zu streicheln begann (was man mit " wilden " Tieren also heimatlosen Tieren hier tunlichst unterlassen sollte weil in Marokko viele Tiere mit Tollwut infiziert sind und die heimatlosen Tier hier in Tarifa nicht geimpft sind  )
hat sie es mutig gewagt und ist zu mir auf die Bank gesprungen.Als wieder nichts geschah wollte sie mir partout mit viel miauen aufs Laptop sitzen .Ich musste lachen über so eine Hartnäckigkeit ,bin aber dann doch aufgestanden um nicht von ihr gekratzt oder gebissen zu werden.Sie hat noch etwas gewartet und als doch nichts kam ist sie mit hoch aufgerichtetem Schwanz abgezogen.
Es tat mir zwar leid aber Sicherheit geht vor.
Nachmittags sind wir dann in das schöne Städtchen Tarifa gefahren um uns über die Fähren -Preise und Abfahrtzeiten zu erkundigen.Der Hafen ist sehr klein aber es fahren Schnellluftkissenbote und in 35 Minuten wäre man in Afrika -Hin und Rückfahrt jeweils 124,00 Euro also 248,00 Euro komplett.
Danach sind wir wieder über das Gebirge in das 20 km entfernte Algeciras gefahren.
Dort gibt es mehr Fähren
Algeciras -Ceuta
Algeciras Tanger
und die fahren alle 2 Stunden.
Wir sind nach Edith Kohlbachs Buch gefahren -die auch Carlos als Ticketverkäufer empfiehlt so wie viele andere Wohnmobilfahrer auch .
Die Tickets gab es zu einem super Preis
-Hin-und Rückfahrt ohne Datum also frei verfügbar -
zusammen ----200.- Euro -
wir wurden sehr nett begrüßt und gut beraten und man hat uns die Papier fürs Fahrzeug gleich ausgedruckt.
dazu gibt es bei Carlos immer noch Geschenke wir bekamen einen abgepackten Marmorkuchen einen Sekt und einen Glasbierkrug.
Danach haben wir uns den Lidlparkplatz gegenüber angesehen,auf diesem treffen sich die Marokkoübersetzer -hier kann man die Nacht vor der Abfahrt auch schlafen und noch einmal seine Vorräte auffüllen.Dann ging die Fahrt zum Fährhafen damit wir auch wissen wo wir früh morgens hin müßen. Alles erledigt dann ging es zurück nach Tarifa .Auf der schönen Strecke gibt es einen tollen Aussichtspunkt an dem wir gehalten haben .Die Aussicht war wie gemalt -einfach unbeschreiblich wie die Schiffe über die Straße von Gibraltar ziehen und Afrika im Nebel auf der andern Seite zu erkennen ist .Weil es schon spät war haben wir noch kurz Brot gekauft weil wir nicht mehr kochen wollten.Neben der Eingangstüre zum Geschäft hat jemand Erbarmen mit einem wilden Hund und hat dort eine Decke hingelegt ,eine Wasserschüssel und ein Blech mit Hundefutter.Aber dem armen Kerl geht es wohl so schlecht das er nicht mal mehr etwas fressen möchte.Er liegt dort auf seiner Decke zusammen gerollt und sieht so erbärmlich aus und er tut uns so leid das es uns das Herz zusammen schnürt.Und wir denken ganz fest an unseren kleinen Liebling und sind so froh das er es in seiner Ersatzfamilie soooo gut hat und mit Liebe umgeben ist .Vielen Dank und herzliche Grüße an alle Friedrichs !!!!


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Donnerstag,4.10.2012
Auch dieser Tag beginnt mit einem schönen Frühstück im Freien und wir beschließen bevor wir Spanien morgen verlassen das wir heute noch einmal eine Retrotour machen wollen-Auf nach Gibraltar.Das dieser Ausflug aber so authentisch wie vor 26 Jahren werden würde konnten wir nicht ahnen!
Die Fahrt war schnell vorbei ,es sind gerade mal 40 km von Tarifa aus.
Schon als wir den Felsen zu sehen bekamen war er ein Flash in die Vergangenheit.
Wir beide im VW -Bus ,die Kinder staunend auf der Rückbank , mit Vorfreude auf die Affen die es zu füttern und zu streicheln galt.Und der unvergessliche Moment als wir über das Rollfeld des Flughafens fuhren ,das die Verbindung zwischen Spanien und England  ist .
Auch dieses mal freuten wir uns wie Hippies die den Garten Eden erreicht haben-wir haben gelacht und waren glücklich  und haben mit der Sonne um die Wette gestrahlt.Und geknipst wie wild um euch unsere Eindrücke vermitteln zu können damit ihr alle daran teil haben könnt.Ja manchmal kann man sich über so banale Dinge freuen wir ein Irrsinniger im Kettenkarussell aber das sind sie ganz tollen Momente der Erinnerung .Die haben sich tief eingegraben und selbst im hohen Alter mit Demenz kramen viele Gehirne die schönsten Augenblicke  längst vergangener Zeiten aus den Tiefen der Seele ,das waren dann die wichtigsten oder beeindruckendsten Momente die man wohl in seinem Leben erlebt hat -Was für eine Genialität der Natur! -des Menschen unfassbar !!
Also rein in die Stadt-seit neustem -seit Mai 2012 gibt es links herum eine schöne Route fürTouristen bis zum hinteren Teil der Insel -von dem Ausblick auf das glänzende Meer mit seinen Schiffen kann man gar nicht genug bekommen .Aber natürlich ist der Fahrer sehr gefordert , nicht nur wegen der engen Straßen und den rasenden Rollern Nein !- die Affen sitzen nicht mehr nur auf dem Felsen , sie laufen die Straße entlang und sitzen an einem Hotel auf dem Balkongeländer -also Fenster zulassen und auf das haarige Fußvolk aufpassen.Zu allem Übel kommen wir jetzt in einen äußerst grusligen Tunnel der auch noch nach oben läuft -Susi bekommt Beklemmungsgefühle und Werner das Abenteuereradrenalin. Ja-so verschieden können wir auch sein-nach dem Tunnel wird man mit einem wirklich sehr schönen Platz entschädigt-ein Leuchtturm und eine neue Moschee. Europa und der Orient friedlich auf einem Fleck und alle haben ihre Freude daran.
Wir brauchen keinen Tag der offenen Moschee wir brauchen einfach nur mehr Verständnis für unser Mitmenschen-in jeder Beziehung !
Danach folgt unserer unfreiwillige Fahrstunde in Sachen -
" In engsten Gassen das Unmögliche wahr machen und ein Womo mit 8,50 Länge und 3,40 Höhe wenden ,wo man nicht einmal mit einer APE
-( das ist ein Alberto-Pizza -Auto !) ohne Blessuren durch fahren könnte."
In einem Tourist stand hatten wir die Info bekommen ( obwohl wir das Wohnmobil direkt vor der Türe stehen hatten und der gute Mann die Maße sehen konnte ) - wie wir wieder aus der Stadt Richtung Spanien fahren müssen.Leider erwies sich das als Trugschluss. Die Gassen wurden immer enger wie schon 1986 als wir nur mit eingeklappten Spiegeln nicht stecken geblieben sind -bis wir nicht mehr weiter konnten.
Jetzt erwiesen wir uns wieder als Dreamteam ! Susi steigt aus und hält den Verkehr an in dem sie sich mitten auf die Straße stellt - dann beginnt das Manöver.
Unter Einwinken und Zurufen von Susi schafft es Werner insgesamt 3 mal unseren Koloss wie die Queen Mary beim Anlegemanöver im Hamburger Hafen -Zentimeter für Zentimeter -mit unzähligen minimalem vor und zurück fahren in den Gässchen zu wenden-wer es nicht selbst gesehen hat -wird es nicht glauben.Menschen bleiben stehen und schauen dem Spektakel interessiert zu und sparen nicht mit Applaus als es geschafft ist !
Endlich wieder auf einer " normal breiten " Straße wird es wieder eng -oh nein !
Werner hält mit Warnblicker und Stillstand des fahrendes Heimes den Verkehr auf , Susi sprintet los und macht einen Polizisten ausfindig.Der muss zwar gerade auch den Verkehr zum erliegen bringen-da die Wachablösung der Garde an der Zeit ist .Aber sehr freundlich und aufmerksam hört er sich das Problem mit dem " Big Car" an und zeigt mir den einzigsten Weg den wir noch fahren können.
Super eng aber es gibt keinen anderen Weg !
Susi spurtet zurück -rein ins Auto und wieder eine Meisterleistung des herausragenden Fahrers-geschafft!!!
Schweißgebadet überfahren wir wieder das Rollfeld und erst jetzt fällt uns auf das wir das einzigste Wohnmobil waren das rein oder raus gefahren ist
- wir haben Geschichte geschrieben !
Die Zöllner räumen uns Barrieren aus dem Weg damit wir um die Haltestellen kommen und plötzlich werden wir vom spanischen Zoll angehalten -Susi erklärt das wir keine Zeit hatten Zollware zu kaufen aber die nette Dame interessiert sich nicht für den Schnaps oder andere Dinge-Sie wollte lediglich einmal in das WOMO schauen sonst nichts.
So -nach diesem aufregenden Ausflug halten wir sofort am Strand und machen erst mal Kaffee.Und wieder haben wir ein Erlebnis für unsere Hirnzellen gespeichert wovon wir im Alter dann erzählen können.Danach sind wir zum Lidlparkplatz nach Algeciras gefahren und waren noch etwas shoppen in Gibraltar sind wir ja nicht dazu gekommen , und haben unser Vorräte aufgefrischt.
Und morgen früh geht es dann nach Marokko !!


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Freitag, 5.10.2012
Der heutige Tag war wirklich aufregend für uns .Für " alte " Marokkohasen ist das wahrscheinlich nichts Besonderes mehr.Aber da wir das erste mal mit unserem Womo mit einer Fähre auf einen anderen Kontinent übersetzten ist es für uns Premiere und einfach Neuland.
Gestern Abend sind wir noch bis nach Mitternacht auf einer Bank vor dem Mc Donalds gesessen und haben unsere Berichte eingestellt das Signal ist wie immer nur ein Balken und das Bilder aufladen geht sehr mühsam , immer nur eins und das bricht auch noch ab und zu ab.Wenn wir immer alle Bilder einstellen würden die wir gemacht haben würden wir wahrscheinlich nicht mehr von Mc Donalds weg kommen.Um 00³° geht auch das Außenlicht aus und wir hören auch auf.
Wir sind dann heute morgen schon früh aufgestanden nachdem wir auf dem Lidlparkplatz gut geschlafen haben. Susi hat dann alles klar Schiff gemacht und Werner ist zu einem nettem Paar ( aus Bremen ) gegangen das auch hier übernachtet hat und auf der Heimreise ist .Die Beiden haben uns noch gut Tipps gegeben für die Einreise und kurz erklärt was wir ausfüllen müssen und wie der Ablauf ist . Nette Leute trifft man hier immer wieder .Am Tag zuvor haben wir auch hier auf dem Parkplatz ein Paar getroffen das gerade aus Marokko kam . Die Beiden haben ein Geschäft für Allrad-Expeditionsmobile und wussten auch viel zu erzählen und auch von Ihnen haben wir gute Tipps bekommen.Auch auf dem Campingplatz in Tarifa gab es nette Gespräche mit einem Paar das an der Mürnitz wohnt und ein Paar aus Hamburg.Leider haben wir noch niemanden getroffen der gerade auf dem Weg nach Marokko ist -alles nur Franzosen oder Spanier.
Als alles geklärt war ging es zum Fährhafen.Diesen Weg kannten wir ja schon.Alles ging zügig voran da kaum Fahrzeuge zum Übersetzen da waren.Gleich an der Einfahrt zur Einreihung kamen uns mehrere Marokkaner entgegen gesprungen in langen Gewändern und wild fuchtelnd.Wir wussten bereits aus unseren Reisebüchern das sich diese " Helfer " gerne anbieten und ein paar Euro zu ergattern.Aber man findet alles selbst gut und es gibt keine Probleme.Trotz Abwinken lies sich einer dieser flinken Gesellen nicht abwimmeln und lief winkend vor uns her um uns in die richtige Warteschlange einzuweisen.Bei fröhlichen Lachen entblößte er alle nicht vorhandenen Zähne und den winzigsten Überlebenden ,den aber auch schon Baktus und Karius befallen hatte.
Gerade deshalb wirkte sein Lachen irgendwie doch erheiternd.Als wir endlich richtig standen klopfte unser " Führer " beherzt ans Seitenfenster und gab Werner zu verstehen das er gerne etwas essen würde , dafür brauchte er aber Euros.Sein Singsang war so kläglich das sich Werner was sonst überhaupt nicht in die Tüte kommt erweichen lies und ihm einen Euro gab.Aber siehe da - dem Bürschchen war das nicht genug -mit den Fingern zeigte er fünf Euro an-Das bekommt bei uns in Deutschland manch Arbeiter nicht als Stundenlohn !Wenn ihm jeder Fahrer " nur " immer einen Euro gibt -ist sein Stundenlohn höher als bei manchem Vollzeitlern bei uns .
In Zukunft werden wir uns genau ansehen wer für seine Dienstleistung von uns etwas bekommt !
Nach knapp einer Stunde konnten wir auf die Fähre auffahren.Alles musste zügig gehen-Die Einweiser waren aber sehr nett und haben uns gut rein gelotst und haben darauf geachtet das wir oben nirgends hängen bleiben.Dann konnten wir ausstiegen und nach oben gehen-Es war eine geschlossene Fähre -man konnte nicht nach draußen .Wir haben uns Kaffee und Baguette bestellt und uns an einen Tisch am Fenster gesetzt.Die Überfahrt war angenehm und nach 1 1/2 Stunden waren wir schon in Sebta-Ceuta. Auch hier ging alles zügig .Runter in den Wagen -raus aus dem Schiff -durch die Kontrollen gewunken und schwuppdiwupp waren wir durch.Wir fuhren aus dem Hafengelände und jetzt ging es los -ein riesiger Verkehr -Hupen -Gedrängle-Autos -Mopeds-Menschen -Taxis -meine Güte da schwirrt einem der Helm!
Werner hat sich schnell in das Gewussel eingereit und ab ging es zu marokkanischen Grenze.
Links und rechts Marokkaner und Marokkanerinnen -fast alle in langen Gewändern strömen Richtung Grenze.Da muss man als Fahrer und auch als Beifahrer gut aufpassen das man nichts übersieht.Da Sebta praktisch " Freihafen " ist kann man hier günstig einkaufen und auch tanken .
Deshalb habe wir noch schnell den Tank vollgemacht.
Kurz vor der Grenze wurde das Gewussel immer dichter .Auch hier wieder viele hilfsbereite Männer
Wir reagieren nicht und warten bis uns ein Grenzbeamter an die Seite winkt .Jetzt müssen die Formalitäten erledigt werden. Susi bleibt im Fahrzeug was Sinn macht ,da sich alles Mögliche hier herum treibt.Werner muss erst zum Personalschalter für die Einreisestempel und dann zu Registrierung für das Fahrzeug.Und das dauert!! Die Damen unterhalten sich mit allen möglichen Leuten nebenher und schreiben Unmengen von Daten auf .PC Fehlanzeige !!
Susi wird von verschiedenen Helfern angesprochen blockt aber alle erfolgreich ab.
An der Grenze selbst das pure Chaos !Da wird auf arabisch geschrien und geschumpfen-da wird Allah beschworen da versucht eine Frau einem Zollbeamten einen Apfel aufzudrängen-da kommen Autos wo man sich fragt durch was die überhaupt noch zusammen gehalten werden. Wie im besten Kinofilm .Es gibt überall etwas zu sehen.Fahrzeuge sind so vollgstopft mit allem Möglichen das man erst einmal wir auf einem Suchbild den Kopf des Fahrers suchen muss-und dann der Aufbau auf den Gepäckträgern das erinnert uns an die 70 Jahre als viele türkische Familien noch so in ihre Heimat gefahren sind .Vom Kühlschrank über Kinderwagen bis hin zur Säge -alles wir transportiert!
Endlich ist Werner fertig auch er kommt ins Gespräch mit den " netten " Männern und prompt möchte wieder einer fürs " Willkommen in Marokko " sagen ein paar Euros haben. Jo so sehen wir hier wohl aus -wie die Geissens für uns -Money-Money -Money!
Werner steigt schnell ein und wir reihen uns in den Zug durch den Zoll mit ein-Keine weiteren Kontrollen wir werden durch gewunken.
Wir sind in Marokko ! Jetzt schnell die passende Straße finden und Gas geben -Neee -neee -neee!
Hier wird gebaut wie verrückt -überall entstehen neue Appartements und Ferienanlagen sowie exklusive Hotels.Die Straßen sind komplett durchgehend mit super schönen Straßenlaternen bestückt und die Häuser in Weiß und Blau gehalten sieht alles sehr adrett und sauber aus-aber der Nachteil man darf durch das gesamte Gebiet fast nur 40km fahren-da ist nichts mit schnell voran kommen-und die ersten Polizeikontrollen stehen auch schon da-Da heißt es schön aufpassen.Wir wurden auch schon gewarnt vor den Laserpistolen die plötzlich aus dem Nichts auftauchen ,auch mitten in der Pampa wo nichts außer ein paar Steinen und eine Ziege zu sehen ist !
Und endlich nach gefühlten 5 Stunden später kommen wir bei unserem ersten Ziel an -Martil-
ein kleiner Badeort an der Mittelmeerküste.Von hier aus wollen wir morgen mit dem Sammeltaxi nach Tetouan- der weißen Stadt.Den Campingplatz finden wie schnell ,der Besitzer ist sehr nett.Aber wir haben vergessen Geld zu wechseln-das können wir heute am Freitag - nur noch bis 14 °° Uhr tun .Also schnell das Womo abgestellt und auf die Suche nach einer Bank gemacht .Leider finden wir keine.Wir sprechen ein paar Marokkaner an bis wir einen finden der uns versteht
Campio- Euro -Dirham?? Er gibt uns zu verstehen im zu folgen-Upps ! Na ja was solls wir werden schon nicht überfallen werden.Durch viele Gässchen geht es kreuz und quer wir versuchen uns zu unterhalten.Die Gegend wird lebhafter und schwupps um die Ecke :Cafés - Läden und !! eine Wechselstube - Suppiii ! Der Kurs ist ok - 1 Euro -11 Dirham.Der alte Marokkaner der auch in der Stube sitzt grüßt nett und auch Zahnlos -Salam ! Willkommen in Marokko .
Wieder auf der Straße wollen wir unseren Helfer entlohnen er winkt erst ab freut sich aber dann als wir ihm etwas geben wollen nun ja - Euros waren ihm lieber als Dirham mit 2 Euro die wir ihm geben hat sich seine Latscherei mit uns auch gelohnt !
Wir orientieren uns kurz wo wir sind und laufen dann zielstrebig zurück Richtung Campingplatz.Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch das es uns den Schweiß in Flüssen aus den Poren treibt.Die ersten Eindrücke der Stadt- die Fahrt hier her und das Erlebte haben uns platt gemacht .Wir finden unsern Platz ohne Probleme und beschließen jetzt erst einmal einen ausgiebigen Mittagsschlaf zu halten. Immerhien dürfen wir die Uhr 2 Stunden zurück drehen -die Zeit muss doch sinnvoll genutzt werden.                                    

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Samstag,6.10.2012
Heute Morgen haben wir unsere erste Stadtbesichtigung in Tetouan unternommen.Los ging es zu Fuß vom Campingplatz in Richtung Innenstadt zum Taxisammelplatz.Das System " Taxi collektif " funktioniert so: Die Taxis meistens steinalte Mercedes -die bei uns jedem Tüvprüfer die Tränen in die Augen treiben würden -stehen immer an bestimmten Sammelstellen.Gefahren wird erst wenn das Taxi voll ist ,das heißt 6 Fahrgäste vorhanden sind.Auf dem Vordersitz wurde über der Mittelkonsole ein zusätzliches Sitzkissen eingebaut so das vorne immer 3 Personen sitzen und im Heck immer 4 Personen.Die Fahrt ist günstig-5 Dirham pro Person , das ist ungefähr 0,52 Euro.
Als 6 da waren ging es los .Man sitzt sehr eng was aber bei dem Fahrstil sehr gut ist da man ja nicht weg rutschen kann.Der Fahrer dreht sofort nach dem Anfahren die Musik lauter und arabische Klänge erfüllen den Raum.Wir kommen uns vor wie in einem Film.Mit rasanter Fahrt , mit Hupen und Vorbeidrängeln geht es hurtig durch die Straßen . Werner kann mit geschulten Ohren die verschiedensten Geräusche wahr nehmen und verdreht die Augen -hier lautet die Devise: Hauptsache das"Auto " fährt -egal wie.Das Knacken , Kratzen und Quietschen übertönt fast noch die musikalische Untermalung.Susi schmeißt eine Runde Honigbonbons die von allen Insassen dankend angenommen werden.Die Fahrt macht Spaß und die Leute sind alle nett.Als wir anhalten befinden wir uns in der Innenstadt von Tetouan die auch  " Die weiße Stadt "genannt wird,umgeben vom Rif-Gebirge .Das Rif-Gebirge ist bekannt als eines der größten Cannabisanbaugebiete der Welt und war in den 60 Jahren ein beliebtes Gebiet  für Aussteiger und Weltverbesserer.Wir werden das Rif-Gebirge nur streifen da eine Durchfahrt- überhaupt als einzelnes Wohnmobil -gefährlich sein könnte.Durchreisende wurden schon  zum Anhalten gezwungen durch Straßensperren oder die Fahrzeuge wurden mit Steinen beworfen.Dieses Risiko müssen wir nicht eingehen.
In Tetouan suchen wir zuerst den Platz vor dem Königspalast auf -ein schöner Platz der von schönen weißen Bauten und hohen Palmen gesäumt ist und man darf auch fotografieren.Susi hat die Polizisten gefragt die rund um den Platz verteilt stehen -Fotografieren ist nicht immer überall erlaubt,daher besser immer erst fragen.Vom Königsplatz aus geht es durch einen schönen Torbogen in die Medina.So nennt man die Altstadt .In einem Gewirr aus unzähligen kleinen Gassen werden in kleinen Läden oder in Nischen auf dem Boden oder einfach aus der Hand alles mögliche verkauft.Die Gassen sind in verschieden Waren aufgeteilt.Goldschmuck,Kleidung,Stoffe,Möbel und
Lebensmittel.Aber es ist nicht wie bei uns in Europa.In diesen zum Teil super engen Gassen drängen sich unzählige Menschen,überall liegt Müll und Abfall verstreut,teilweise riecht es sehr unangenehm.Überall sitzen halb verhungert Katzen .Es ist laut und stickig.Aber erst in den Gassen mit den Lebensmittel wird es für uns sehr gewöhnungbedürftig.Hühner in engen Käfigen die erst beim Kauf frisch geschlachtet werden.Fleisch das mitten im Getümmel an Haken hängt .Bäuerinnen aus dem Rif-Gebirge ,die man ihn ihren Trachten mit den Strohhüten die mit Bommeln verziert sind gut erkennen kann ,bieten Gemüse und Minze an.Fisch der in Holzkisten auf dem Boden steht während Katzen davor sitzen und Fischabfall fressen.Diese Medinas sind nicht zu vergleichen mit den Suks in denen Souvenirs angeboten werden.Hier können wir nur ein paar schnelle Bilder machen da das Fotografieren nicht gerne gesehen ist.Schade -denn sonst hätte man das Ganze besser dokumentieren können.Bitte nicht falsch verstehen -das ist nicht gelästert -nur eben unser Eindruck als Fremder .Die Menschen sind alle äußerst nett .Susi bleibt bei einer Frau mit Baby im Kinderwagen stehen und spricht den Kleinen an der auch sofort ein freudiges Lächeln zeigt und süße Laute von sich gibt.Die Frau freut sich sehr über das Interesse und nickt uns freundlich zu .Auch wird es gerne gesehen wenn wir mit einem netten salam grüßen.Als wir dann tief in die Gassen vorgedrungen sind und uns suchend umsehen sprechen uns sofort ein paar Männer an ob wir den Weg zurück suchen und zeigen mit den Fingern den richtigen Weg.Das kommt bei uns in Großstädten nicht so oft ungefragt vor.Wir laufen zurück über das Viertel der Handwerker -vorbei an Möbeln ,Matratzen und Intarssien.Bei einem Geschäft für Hochzeiten bleiben wir stehen-da gibt es alles mit viel Prunk ,Gold und Tüll.Susi fragt den Inhaber ob sie das Brautsofa fotografieren darf .Der Inhaber lacht und sagt ja.Am nächsten Stand erwerben wir nach einigen Handeln eine kleine Handkehrmaschine .Zurück am Königspalast suchen wir den Weg zum Taxistand und kaufen noch zwei Faldenbrote.In einer Telefonboutice versuchen wir eine marokkanische Telefonkarte zu kaufen .Der Inhaber spricht Französisch und Spanisch aber kein Deutsch oder Englisch .Die Verständigung ist schwierig -aber die Menschen hier sind immer bemüht weiter zu helfen und so trudeln nach und nach noch drei weiter Helfer ein -leider auch ohne Englisch oder Deutschkenntnisse.Wir haben dann eine Karte gekauft -keine Ahnung ob das jetzt funktioniert , wir werden es in den nächsten Tagen testen.Wir wurden sehr herzlich verabschiedet.Wieder mit einem Sammeltaxi ging es zurück zum Campingplatz und wir waren fix und foxi von den ganzen Eindrücken .Wir sind am Taxistand ausgestiegen und auf dem Weg am Strand entlang haben wir junge Männer beobachtet die ein großes Netz an Land zogen.Wir sind hingelaufen und haben zugesehen.Sofort wurden wir von einem jungen Marokkaner mit Kind angesprochen.Er sprach gute Englisch und hat uns erklärt das diesen Menschen alle zu einer Familie gehören und den Fisch( Sardinen )  verkaufen da sie nicht alle eine Arbeit haben .Sein Vater war viele viele Jahre hier Fischer ,sein Bruder ist auch Fischer und er arbeitet auf dem Bau .Er lebt schon immer hier und möchte auch nie weg hier.Es war ein sehr schönes Gespräch und wir haben und herzlich verabschiedet. Von dem Erlebten waren wir so müde so das wir wieder einmal ein Mittagsschläfchen gemacht haben.

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Sonntag , 7.10.2012
Heute war ein wunderschöner Tag !Unsere Fahrt ging früh morgens los Richtung Chefchaouen.Diesen Ort lassen einige Wohnmobilfahrer aus, da sie Angst haben von Rauschgifthändlern belästigt zu werden.Unserer Fahrt war ohne irgend welche Vorkommnisse.Aufregend ,interessant , manchmal fast unreal und einfach schön.Die Landschaft wechselt bei der Fahrt über die Berge .karger Boden ,fast keine Vegetation,später viel Wald und noch später Weideland.Die Fahrbahn ist gewöhnungsbedürftig,die Fahrbahnränder sind oft ausgefranst oder nicht mehr vorhanden.Für uns gelten die Geschwindigkeitsschilder aber alle anderen Verkehrsteilnehmer haben keine Regeln wie überall in Marokko wird gerast was das Zeugs hält.Langsame Fahrzeuge ,meistens altersschwache Minibusse bis oben hin und auch auf dem Dach beladen schleichen die steilen Strassen hinauf.Überall sitzen oder stehen Menschen, irgendwo -scheinbar im Nichts .Sie tun nichts -sitzen einfach unter Bäumen oder im Gebüsch.Wir haben keine Ahnung warum und was sie da tun.Die Behausungen sehen entweder halb fertig oder halb verfallen aus. Immer wieder tauchen plötzlich Kinder am Fahrbahnrand auf und winken uns freudestrahlend zu .Wie schön -und wir winken sehr gerne zurück .Dann sehen wir auch endlich die Rifbäuerinnen mit ihren Trachten und ihren bunten Hüten.Wie in einem Film zu Jesus Zeiten reiten die Frauen auf ihren Eseln am Straßenrand oder im Gelände.Esel sind sowieso die Verkehrs und Arbeitstier Nr.1 hier .So viele Esel haben wir noch nirgendwo gesehen.Auf einer Fläche von 1 m² stehen ca. 2- 3 Esel immer und überall , unter Bäumen , unter Büschen , zu zweit , zu dritt oder einzeln , beladen oder unbeladen.In den kleinen Cafes an der Straße sitzen die Männer beim Tee und reden.Frauen sind nicht zugelassen.Wir kommen an einem großen Tiermarkt vorbei auf dem alles mögliche Getier verkauft oder getauscht wird .Esel, Ziegen,Hühner ,Schafe.Und unzählige kleine Busse oder Dreiräderfahrzeuge sind über und über mit Strohballen voll gestopft.Entlang der Straße wechseln die angebotenen Waren.Zuerst kamen Stände mit Zwiebeln ,dann Stände mit Keramik und Richtung Berge die Stände mit den Stoffartikeln der Rifbäuerinen.Wir halten an einem Keramikstand und erwerben nach etwas Verhandeln eine kleine Duftlampe.Und erst im Hintergrund das Rifgebirge und dann fahren wir hoch nach Chefchaouen -der blauen Stadt .In der Stadt befindet sich ein Parkplatz -wir werden sofort von den " Helfern " eingewunken.Kaum steigen wir aus steht ein nett lächelnder Marokkaner vor uns und zeigt uns sein Schild am Hemd " Tourist-Guide":Er spricht sehr gut Deutsch und begrüßt uns sehr herzlich in seiner Stadt
" Willkommen -willkommen ":
Er heißt Hassan und bietet uns eine Führung für 120 Dirahm an.Wir verhandeln bis wir bei 50 Dirham angekommen sind .Unter viel Gejammer" bei Allah - ich bin eine armer Mann und habe 5 Kinder "
verspricht im Susi für später noch Geschenke für ihn und die Kinder.Hassan ist adrett im Anzug angezogen und beginnt sofort alles Wissenswerte über die Stadt zu erzählen.Er führt uns in schöne Gassen und Winkel und erklärt uns die Sache mit den blauen Häusern.Da die Stadt im Sonnenlicht strahlt -wir haben am Mittag bei unserer Besichtigung 40 C in der Sonne- wurden die Häuser früher mit blauer Farbe angemalt ,da man der Meinung war, die Farbe Blau -wie das Meer -hält die Häuser kühl.Die Farbe wird bis zu 5 mal im Jahr erneuert .Dazu wird das blaue Farbpulver mit Wasser vermischt und einige Tage stehen gelassen.Für die Innenräume gibt es sehr schöne kräftige andere Farbtöne.Hassan war nie in Deutschland und hat sich die Sprache selbst beigebracht.Wir dürfen hier auch nur Fotos von leeren Gassen machen -alles muss schnell gehen -auch hier -wie überall ist das Fotografieren nicht erwünscht -auch auf der Fahrt gab es unzählige wunderschöne Motive - Bäuerinnen - Bauern auf den Feldern mit Pferdepflug -ganze Gruppen die unter Bäumen saßen.Aber keine Fotos -das könnte Ärger geben-wir haben so gut es ging aus dem Auto fotografiert.Natürlich kamen wir auch ganz zufällig bei einer Teppichweberei vorbei und Hassan stellt uns den Besitzer vor.Wir bedanken uns und wollten aber keinen Teppich kaufen -was anstandslos akzeptiert wurde und man bedankte sich für unseren Besuch .Die Führung war beendet und Hassan bekam von uns als Dank 60 Dirham,ein Schlüsselband und Buntstifte für die Kinder.Hassan war ein super Guide!
Zurück beim Parkplatz wollte natürlich auch der Parkplatzwächter belohnt werden.Er bekam einen kleinen Geldbetrag und auch Stifte und ein Schlüsselband worüber er sich sehr freute-alles aus Deutschland ist sehr willkommen und wir geschätzt.
Wir hatten auch heute wieder einen " Kulturschock "erlebt ,wie es in einem unsere Bücher steht.Bei manchem Anblick war es unvorstellbar , das wir im 21.Jahrhundert leben und auch für uns ist es immer noch nicht ganz real , das wir jetzt hier sind in einem Land mit so viel Schönen aber auch  ganz  Unbegreifliches-zB der grenzenlose Müll und Abfall -überall -egal wo -Stadt oder Land oder Hinterland .Der Müll ist einfach ein ganz großes Problem.
Und die vielen Eindrücke machen furchtbar müde -Bilder und Worte können einfach nicht zeigen was wir hier sehen und erleben.Und wir sind froh das wir dies Reise begonnen haben.
Wir kommen zu unserem nächsten Übernachtungsplatz -vor einem kleinen Hotel-schöner Platz nur etwas laut an der Straße -wir sind wieder die Einzigsten bis noch ein Phönix-Wohnmobil einfährt-dazu noch Deutsche mit Kleinkind und Hund . Wir unterhalten uns gut ,erfahren viel Neues -das das Paar schon 6 Wochen hier ist und auch nicht zum ersten mal.Und unser netter Nachbar weißt uns darauf hin -das wir unsere Sat-Schüssel anderes einstellen müssen -da wir sonst keinen Empfang mehr haben.Er steigt uns " aufs Dach " und erledigt das sofort mit Werner zusammen.Wieder mal Glück gehabt -nette Menschen trifft man doch immer wieder -egal welcher Nationalität !

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Montag,8.10.2012
Heute morgen haben wir uns noch mit den netten Nachbarn unterhalten die leider heute wieder nach Hause fahren.Wir haben noch ein paar Insidertipps bekommen welche Campingplätze gut sind.
Heute wird es auch wieder heiß werden , darum wollen wir gleich los in die Stadt Quazzane,eine der heiligsten Städte für Marokkaner.Hier werden praktisch in fast jeder Familie Wollgewebe und Tuche hergestellt .Deshalb gibt es hier unzählige kleine Textilgeschäfte die die selbstgefertigen Waren anbieten.Wir stellen uns vor den Campingplatzeingang und warten auf ein Taxi das noch Platz hat .Alles möglich fährt wieder an uns vorbei.Völlig mit Strohballen  überladene alte LKW ´s
Eselskarren,Motorräder so schrottreif wie in indischen Filmen und volle Taxis.Plötzlich hält ein uralt Mercedesbus vor uns .Vorne sitzen der Fahrer und zwei ältere Männer . Der Fahrer winkt uns nach hinten zu gehen.Werner öffnet die Rücktüre und wir sehen ein Szenarium wie in einem Flüchtlingsfilm. Das Fahrzeug hat innen links und recht eine Holzbank.Darauf sitzen Männer und Frauen-offentsichtlich Bauern.Sie rutschen zusammen damit wir auch noch Platz haben.Wir zählen 15 Männer in zerschlissener Kleidung ,4 Frauen in Tunika und einen kleinen Jungen ca.3 Jahre alt .Ein super süßer Junge mit riesigen braunen Augen der uns interessiert beäugt.In der Mitte liegen 4 große Säcke ( nach Fühlprobe wahrscheinlich Körner ) und ein völlig verrostetes Fahrrad ohne Sattel.Die Fenster sind mit blauen Vorhängen vor Blicken geschützt.
Es riecht nach Schweiß,Knoblauch und Tieren.Wir quetschen uns auf die Bank ,grüßen alle mit einem Salam und einem freundlichen Lächeln.Die meisten Münder antworten  mit wenig Zahnbestand zurück.Susi zwinkert dem kleinen Jungen zu und der grinst zurück ,zur Belustigung aller Insassen.Obwohl wir schon alle mit den Hinteren aneinander kleben und die Luft zum Schneiden ist ,hält der Bus noch einmal und es steigt noch ein junger Mann .Wir machen das Unmögliche wahr,rutschen alle noch etwas mehr zusammen und er kann auch noch sitzen.
Endlich nähern wir uns dem Ziel-der Halteplatz für die Grand Taxis.Aber die Hintertüre lässt sich von innen nicht mehr öffnen -wir müssen warten bis der Fahrer kommt und uns das Fahrzeug alle wieder  ausspuckt wie ein Trabi beim Weltmeisterschaftsversuch -wieviel passen rein !
Wir bezahlen 10 Dirham-ca. 1,00 Euro für Beide !Wieder ein ungewöhnliches Erlebnis.Und los geht es Richtung Medina.Es ist heiß und wir laufen durch das Handkerkerrevier -Schlosser-Schreiner -Maurer.Die Stadt  ist mindestens von so vielen  Eseln bevölkert wie von Menschen.Die armen Tierchen tun uns doch leid ,so vollbeladen ,das man manchmal fast nicht erkennen kann ob den die Zementsäcke Beine haben und selbst laufen.
Da würden bei uns die Tierschützer auf die Barrikaden gehen !
Es geht steil bergauf und wir schwitzen bis wir endlich die überdachten Gänge der Medina erreichen.Kühl ist es hier und ein Lädchen neben dem Anderen.Und wir finden die Stoffgeschäfte mit ihren ordentlich eingeräumten Regalen und den Schafwolldecken.Alles sehr dekorativ und übersichtlich eingeräumt.Die Stoffe alle hell und meistens rauh.Es gibt natürlich auch andere Artikel und auch völlig vollgestopfte Räume in denen wahrscheinlich selbst der Inhaber nicht mehr weiß was er das alles finden kann.Wie überall auf der Welt gibt es eben ordentliche und nicht so ordentliche Menschen.In den engen Gassen kommen uns auch immer wieder schwer beladene Esel entgegen ( manchmal mit dem Besitzer auch noch oben drauf ! Das sollte man einmal umgedreht machen !! ) so das man sich schon ganz an die Wand stellen muss damit man nicht die Hufe auf die eigenen Hufe bekommt.Und wieder fällt uns der viele Unrat und Schmutz überall auf und auch der Nase tut man nicht unbedingt einen Gefallen wenn man sie in jede Gasse halten muss - Uiiii !!
Wir stiegen wieder hinunter in die " Neustadt " und beschließen mit einem Petit Taxi -das man für zwei Personen nehmen kann zurück zu fahren.Mit dem ersten werden wir nicht handelseinig.Es ist den Petit Taxis nicht erlaubt Gäste außerhalb der Stadt zu fahren.Deshalb wollte der Fahrer ein halbes Vermögen.Der nächste Fahrer geht auf unseren Vorschlag ein.Er hält kurz außerhalb der Stadt und montiert sein Taxischild ab und bringt uns dann nach einer entspannten Fahrt gut zurück zum Womo.Wir sind wieder völlig erschlagen und machen unser  Mittagsschläfchen .Die Klimaanlage leistet gute Dienste und es ist kühl und ruhig im Fahrzeug.Am Abend wir es voll auf dem Platz .Es kommt eine Gruppe mit Jeeps -lauter Engländer ( mit einer Frau -was aber nicht sofort auffällt ) und eine Gruppe mit 6 Motorradfahrern mit Servicejeep - lauter Italiener.Es wird laut und lustig und wir unterhalten uns gut .Und hier in den Ausläufern des Rif-Gebirge muß ein Bauer in der Nähe Cannabis angebaut haben .Denn sein Hahn ist völlig von der Rolle -wahrscheinlich dauerbekifft weil es den ganzen Tag am Haschsich pickt.Der kräht zu allen Zeiten-volle Kanne und mit Überzeugung das es jetzt Zeit zum aufstehen ist -  egal ob in der Nacht um 2 Uhr -in der Frühe um 6 Uhr-morgens um 8 Uhr-mittags um 13 Uhr -usw. manchmal schreit er auch öfters in einer Stunde.Der Junge weiß wahrscheinlich nicht mal mehr für was er das Hühnerharem eigentlich hat.Aber er hat bestimmt ein schönes rosa Leben - take it easy !!!

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Dienstag , 9.10.2012
Heute Nacht hat nicht nur unser Hahn abgerockt und fast die ganze Nacht für den nächsten Krähwettbewerb geübt -auch die Hunde in den umliegenden Gehöften haben ihre neuste Nachrichten im Wechsel ausgetauscht.Ein Geheule in allen Tonlagen.Aber heute reisen wir ja weiter
mal sehen was uns auf dem nächsten Platz für ein Naturereignis erwartet .
Unser nächstes Ziel ist Fes -eine der fünf Königsstädte.Wir fahren die Landstraße,da gibt es viel Abwechslung.Die Sonne scheint wieder hell und warm und die Landschaft wechselt wieder einmal über die gefahrene Strecke.Wie schon gewohnt säumen wieder Esel die Straßenränder.Unglaublich -in allen Variationen -als Stillleben auf der Weide -als Lastentier -als Reittier - am Straßenrand -auf dem Feld -vor der Schule -hinter den Häusern -das ist schon eine gewaltige Eselei -aber uns gefallen die Bilder und wir freuen uns über jedes Langohr das wir sehen.
Wir fahren durch einsame Gegenden und so weit das Auge reicht sehen wir riesige abgeerntete und schon gepflügte Weizenfelder -viele davon wurden noch mit Pferd und Pflug bearbeitet -so etwas sieht man bei uns meistens nur noch auf Festen oder im Freilandmuseeum.Wieder wechselt das Warenangebot ,von Zwiebeln über Orangen bis zu Kürbissen oder Äpfeln.Und auch wieder winkende Kinder und Erwachsene.Das würde bei uns zu hause wohl nicht passieren das wir ausländischen Urlaubern zuwinken würden.In Fes geht es erst einmal in einen großen Supermarkt-Vorräte auffüllen.Wir kaufen Wasser ,Obst , Gemüse ,Brot und Fleisch .An einem Stand im Supermarkt erwerben wir noch einen marokkanischen Surfstick -aber mit dem Internet ist es hier echt schwierig.Es gibt kaum Plätze mit WiFi oder wenn vorhanden eine sehr schlechte Verbindung.
Da ist es nicht einfach das Tagebuch aktuell zu halten -vom Bilder Aufladen ganz zu schweigen.
Morgen versuchen wir mal in Fes in einem Internetcafe die Bilder einzustellen.
Unser neuer Platz ist schön an einem kleinen Fluss ,der Besitzer sehr nett und wir treffen wieder das rollenden Hotel das wir schon gestern auf unserem Platz im Motel Rif getroffen haben.

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Mittwoch ,10.10.2012
Heute morgen haben wir uns kurz nach 9 Uhr aufgemacht in die Stadt.Fes ist die erste der fünf Königsstädte die wir besuchen.Wir haben Glück und ein Taxifahrer steht schon bei der Rezeption bereit.Er hat sein Auto gerade geputzt und hält Susi " Madame " sehr hilfsbereit die Türe auf.Werner steigt vorne ein und die Fahrt geht los.Die Fenster sind auf und der Fahrtwind bläst warm ins Innere.Fes ist schon eine große Stadt und in Altstadt und Neustadt  eingeteilt.Und genau so ist es auch.Wir fahren durch die Neustadt mit ihren vielen Neubauten und begrünten Flächen.Die Frauen und Männer sind westlich und chic gekleidet.Viele Mädchen tragen kein Kopftuch.Autos aller Fabrikate düsen durch den dichten Verkehr.Werner unterhält sich gut -in Englisch und mit Händen -mit unserem netten Fahrer.Es geht schon ein gutes Stück durch die Stadt bis wir am Ziel sind.Wir befinden uns vor einem großen Platz innerhalb der Stadtmauer auf dem geparkt wird der aber auch für Gaukler und für Märkte genutzt wird.Wir laufen über den Platz direkt auf das blaue Tor zu ,den Eingang zur Bab Boujeloud , der Medina.Kaum sind wir durch das Tor getreten werden wir in das Geschehen eingesaugt. Der Strom der vielen Menschen die aufwärts und abwärts laufen schiebt uns einfach mit.Arabisch und Französisch klingt in unseren Ohren.Die Nase wird mit allerlei Düften  berieselt. Wir lassen uns treiben,wir haben ja kein Ziel, einfach nur schauen und wirken lassen.Schon nach kurzer Zeit werden wir von ein paar Jungen angesprochen die uns zu den Gerbern führen wollen,natürlich wurde der Standartsatz : da arbeitet mein Vater ! fleißig in verschiedenen Sprachen geübt.Wir suchen uns einen dieser kleinen Stadtführer aus und lassen uns von ihm durch das Gewimmel leiten.Warum auch nicht.So kommen wir schneller zu dem was wir eigentlich sehen wollen und werden auch nicht mehr weiter angesprochen.Und ein paar Dirham bezahlen wir dafür dann auch gerne.Der Junge ist 15 Jahre alt und ein nettes Bürschlein. Emsig erklärt er uns alles möglich auf englisch ,er zeigt uns eine Koranschule ,schöne alte Tore,Moscheen und führt uns direkt zu einem großen Ledergeschäft auf dessen Dach man direkt auf die Gerber bei der Arbeit sehen kann.Wir werden von einem gut gekleideten Mann auf deutsch begrüßt.Er führt uns auf die Dachterrasse und beginnt die Arbeit zu erklären.Es riecht unglaublich streng es stinkt so zu sagen -nach Schaf, nach scharfen Mitteln ,nach allen möglichen unangenehmen Gerüchen-kaum vorstellbar das die Männer unter diesen Bedienungen hier den ganzen Tag arbeiten.Man kann es nicht erklären aber die Bilder die wir gemacht haben zeigen wohl das ganze Ausmaß.Wir bedanken uns für die Erklärung und geben einen kleinen Obulus.Natürlich werden uns auch noch die fertigen Lederartikel angeboten und es hätte uns vielleicht auch etwas gefallen aber die Preise waren genau so unvorstellbar wie die Gerberarbeit und unser Erklärer war kein bisschen auf handeln eingestellt.Vor der Türe wartete wieder unser Jungchen.Weiter ging es durch die engen Gässchen zu einer Berberapotheke in der uns alle möglichen Heilmittälchen angeboten wurden-aber da wir leider immer noch kerngesund sind war auch hier leider kein Geschäft zu machen.Es war in der Zwischenzeit richtig warm geworden und die Gerüche wurden intensiver und waren nicht mehr so angenehm für unsere Riechorgane so das wir unser Tour beendeten und unseren Reiseleiter durch die Medina Servus sagten ,natürlich mit einer Entlohnung.Endlich wieder auf dem großen Platz angekommen haben wir uns ein Taxi gerufen und sind zum Königspalast gekurvt.Das Taxi war nahe dem Alterskollaps,es hat gequietscht und gepfiffen und die Türen gingen nur noch von außen auf.
Der Palast ist leider nur von außen zu besichtigen aber das macht nichts ,wir waren sowieso hundemüde und wie königliche Innenräume aussehen kennen wir schon von unserem Ludwig von Bayern.Also wieder ins Taxi und zurück zum Camplinplatz.In der Zwischenzeit waren noch ein deutsches Paar aus München und eine einzelne Frau aus Güterslo auf dem Platz eingetroffen und wie das so ist unter Campern haben wir abends eine schöne lustige Zusammenkunft abgehalten ,Erfahrungen und Geschichten ausgetauscht und viel gelacht bis sich ein holländisches Paar beschwert hat , da sie nicht schlafen konnten.Also gute Nacht ihr Reisenden man sieht sich ja immer zwei mal im Leben.

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Donnerstag, 11.10.2012
Heute sind wir von Fes nach Azrou gefahren.Eine sehr schöne Strecke bei strahlenden Himmel.Die Landschaft wechselt wieder sehr vielseitig.Olivenhaien und Obstkulturen,kahle Ebenen,bewaldete Flächen.Viele Bauern bieten ihre Ware direkt am Straßenrand an.Der Verkehr ist wieder aufregend und immer wieder winken uns die Menschen zu .Prall gefüllte Kisten mit leuchtenden Äpfeln , Olivenöl in Gläsern und Plastikflaschen.Und jetzt werden auch die wilden Hunde mehr.Man sieht sie immer öfter direkt am Fahrbandrand,oft in Gruppen zu drei -vier Tieren.Viele sind ziemlich zerzaust und manche humplen.Es sind alles mittelgroße Tiere mit gemischten Farben.Mit unserm Smudo hätten wir da jetzt ein Problem wenn wir Gassi gehen müßten.Uns machen die Tier nichts ,wir halten Abstand und verscheuchen sie auch schon mal wenn sie uns zu nahe kommen.Das tut uns zwar leid -aber weiter hin gilt die Devise -Aufpassen auf die Gesundheit !Wir durchkreuzen Waldgebiet das manche als den Schwarzwald von Marokko bezeichnen.Viele Marokkaner haben solche Bäume noch nicht gesehen und wissen nicht das so etwas hier wächst.Als wir das Städtchen Ifrane erreichen und die Häuser sehen könnte man meinen man wäre irgendwo in Deutschland.Das ist ein exklusiver Ferienort in dem reiche Marokkaner im Sommer wie im Winter ihre Freizeit verbringen.Auch der König Hassan II. hat sich hier eine Sommerfrische bauen lassen.Und es gibt sogar einen kleinen Flugplatz.Nach kurzer Zeit erreichen wir dann Azrou ( das ist ein berberisches Wort und bedeutet Felsen ) .Wir haben die Auswahl zwischen zwei Übernachtungsmöglichkeiten.Eine pompöse Anlage die vom Botschafter der arabischen Emirate hier errichtet wurde .Sieht aus wie ein Palast passt aber überhaupt nicht in diese Landschaft.Und ein schöner Platz auf einer Obstplantage wo man unter alten Kirschbäumen stehen kann.Der Besitzer lebte 20 Jahre in Deutschland -in Köln- und spricht sehr gut deutsch.Natürlich entscheiden wir uns für die Obstplantage und bereuen es nicht.Als wir uns gerade zum Abendessen vor das Womo setzen fängt der Muezzin an zu beten.Alles ist still nur das laute Gebet ist zu hören und die Zeit scheint still zu stehen.Wir hören zu und genießen das fremdartige Singen wieder einmal sehr gerne da es einem immer bewusst macht das man in einem fremden Land ist und
 inschallah : so Gott will
werden wir uns an diesen Ort wieder sehen . So werden wir auch öfters verabschiedet.

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Freitag , 12.10.2012
Die war bisher unser schönster Reisetag .Wir sind von heute morgen von unserem Wirt der so lange in Deutschland gearbeitet hat sehr nett verabschiedet worden.Wir haben Geschenke für die Kinder da gelassen -Plüschtiere und Farbstifte.Über solche Dinge freuen sich Kinder überall.Unserer Fahrt ging dann von Azrou Richtung Errachidia.Diese Fahrt war wirklich so super schön !
Hier erst beginnt das eigentliche Marokko.Die Landschaft wurde immer schöner,für unsere Augen einfach beeindruckend .Es ging erst durch einen schönen Wald .Wir hatten schon gelesen das hier wilde Berberaffen leben-der Affenwald !Und plötzlich waren sie da.Natürlich sind sie an Menschen gewöhnt ,sie wissen das es da Futter gibt.Aber sie leben frei in diesem Wald ohne Käfig oder Gitter.Man kann sehr nahe an sie ran gehen-aber Vorsicht -die können auch sehr böse werden.Auch wilde Hunde haben sich eingefunden-sogar ein Welpe.Dann geht es weiter immer weiter die Berge hinauf.Der Verkehr ist jetzt schon anspruchsvoll durch die vielen engen Kurven und die sehr schmale Straße.Kein Fahrbandrand -oft keine Leitblanken.Wir kommen auf eine Höhe von 1700 Metern.Die Landschaft steinig und karg.Die wilden Hunde werden immer mehr.Und plötzlich sehen wir die ersten Berberbehausungen.Kleine fast zerfallenen Hütten,Zelte aus Plastikfolien,teilweise Löcher mit Folie.Und die Familien dazu .Hirten mit Schafen oder Ziegen.Die Menschen sind nett und winken uns zu .Immer wieder tauchen plötzlich Kinder am Wegesrand auf die uns winken zum Anhalten da sie nach Kleidung fragen möchten.Aber es ist fast unmöglich hier irgendwo anzuhalten.Die Straße ist so schmal das kein anderes Auto mehr an uns vorbei kommen würde.Das tut uns soo leid .Wir haben ja Sachen dabei -Kinderkleidung die uns Freunde gespendet haben.Plüschtiere, Spielsachen wie Autos oder Püppchen,Malstifte und Malbücher.Dankeschön noch einmal an alle Helfer.Aber es ergeben sich doch ein paar mal Möglichkeiten kurz anzuhalten und den Kinder etwas durch das Fenster zu geben.Susi hatte schon einiges auf der Sitzbank deponiert.Zwei mal haben wir auch die Gelegenheit anzuhalten.Das erste mal winkt uns eine junge Mutter die mit ihrem Sohn auf einem Esel reitet.Wir können halten und sie kommt mit dem Kleinen gelaufen-so ein süßer kleiner Kerl ! Die Mutter dürfen wir nicht fotografieren -aber den Kleinen.Sie nimmt die Kleider die wir ihr geben haben und strahlt über das ganze Gesicht.Und der Kleine freut sich über seine Spielsachen.Herzlich verabschieden wir uns.Ein paar Kilometer weiter sehen wir ein Mutter mit ihrer kleinen Tochter an Fluss beim Wäsche waschen.Auch sie winkt uns zu .Wir halten und laufen zurück .Mit warmen Händedruck werden wir begrüßt.Auch der Papa kommt dazu.Für ihn haben wir leider nichts .Aber die Mutti zieht der Kleinen gleich die neue Jacke an und gibt ihr die Spielsachen.Susi unterhält sich mit der Frau und gibt ihr eine Creme.Sie riecht sofort daran und bedankt sich in dem sie ihre Hand erst zum Herzen führt und dann zum Mund und schickt uns ein Küsschen mit dem Mund.Was für eine schöne Geste -wir reichen uns alle die Hände zum Abschied und wir winken noch aus dem Auto nach hinten.Später halten wir noch bei einem Jungen am Straßenrand und geben ihm ein paar T-Shirt und einen Pullover -Susi erschrickt als der Junge durch das Fenster nach ihrer Hand langt und ihr die Hand küssen will.Schukran-schukran-merci Madam.Wir sind nach diesen Erlebnissen doch peinlich berührt -wenn man sieht wie sich diese Menschen über solche Dinge freuen die bei uns oft achtlos weg geworfen werden.Wir fahren über eine Piste zu einem kleinen See,  in über 2000 Meter Höhe ,der magische eingebettet ist in die karge Landschaft.Hier sieht es aus wie zu Jesus Zeiten und man sieht förmlich die Menschen durch die Landschaft laufen wie in den Filmen aus dieser Zeit.Wir sind alleine hier und nur der Wind pfeift uns um die Ohren.Weiter geht es zur Ziz-Schlucht.Die Berge werden immer imposanter und die rote Farbe leuchtet in der Abendsonne.Unglaublich wie schön diese Gegend ist -wir können uns nicht satt sehen an dieser Natur.Wir kommen an die engste Stelle der Schlucht -den sogenannten Legiorärstunnel- offiziell Tunnel Zaabal- er sieht etwas bedrohlich aus ist aber 4 Meter hoch .Mutig fährt Werner ein -wird schon alles passen.Wir werden dafür mit einem grandiosen Ausblick belohnt.Mann könnte glauben man ist im Grand Canyon-rote schroffe Felsenwände rundherum -in der Mitte ein Qued -ein Flussbett -gesäumt mit Palmen-einfach wunderschön .Und das in der Abendsonne.Und keine paar Meter weiter ist ein toller Campingplatz auf dem wir unser Nachtlager aufschlagen .Der Besitzer hat sich hier bemüht ein lauschiges Plätzchen zu gestalten.Mit einem kleinen Hotel und schöne angelegtem Aussenbereich.Das war ein sehr beeindruckender Tag -wir sind glücklich über die tollen Menschen die wir getroffen haben und über die Schönheit dieser Gegend und darüber das wir hier sein können.Salam Marokko !

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Samstag ,13.10.2012
Heute geht es bis zur Wüste.Wir verlassen unseren wunderschönen Nachtplatz und fahren weiter durch die Ziz-Schlucht .Für jeden der sich gerne in der Natur aufhält und die Schönheit der verschiedenen Landschaften genießen kann ist das was wir hier sehen nicht nur ein Vers sondern ein ganzes Gedicht was uns hier vorgelegt wird.Susi filmt während der Fahrt und wir schweigen beiden und lassen einfach alles auf uns wirken.Nach dem es wieder Berg auf gegangen ist sehen wir nach einer langen Kurve eine schöne Haltebucht direkt vor dem Bergmassiv.Wir halten an und auch andere Wohnmobile stehen schon hier.Eine Gruppe aus England mit ihrem marokkanischen Reiseführer die wir schon in Fes auf dem Campingplatz kennen gelernt haben.Mit Handschlag begrüßen wir uns alle und unterhalten uns eine Weile.Dann geht es an den Rand der Plattform.Unter uns liegt eine Oase -grün -mit unzähligen Palmen -man hört Esel schreien und der Fluss liegt wie ein grün -blaues Band um die Oase herum.Im Hintergrund die rötlich leuchtenden Felsen.Wo bliebt Omar SharifF und die Wüstensöhne ?? Fast könnte man glauben das könnte jetzt gleich passieren das der Trupp hier einreitet.Man könnte hier Bilder ohne Ende machen da jede Richtung einen anderen Anblick bietet.Werner unterhält sich mit einem Fossilienverkäufer und erfährt das dieser auch bei geführten Marokkoreisen als Führer mit fährt.Er spricht gut deutsch und war auch schon in Deutschland eingeladen bei dem Veranstalter der Reisen.Und er weiß viel zu erzählen.Noch einmal winken und es geht weiter.Ein paar mal halten wir noch an schönen Aussichtspunkten bevor wir die Schlucht endgültig verlassen.Wir fahren durch kleine Ortschaften , langsam und aufmerksam wegen der Menschen und Tier die immer überall über die Straßen laufen.und machen dann unsere erste schlechte Erfahrung .Plötzlich und völlig unerwartet ohne ersichtlichen Grund kommen auf einmal einige Kinder aus einer Gasse gelaufen und rufen laut.Alle winken aber Werner sieht aus den Augenwinkeln das ein kleiner Junge ca.4 -5 Jahre alt etwas in der Hand hält.Aber da hören wir auch schon den Aufprall auf unser Wohnmobil.Ein Stein wurde geworfen und hat auch getroffen.Es besteht für uns keine Möglichkeit zu halten und es würde auch nichts mehr bringen-versichert ist hier keiner .Den Schaden müssen wir uns später ansehen.Aber wütend sind wir trotzdem.
Wir nähern uns langsam der Wüste.Unser Ziel ist Erg Chebbi -könnt ihr ja mal googeln-das größte Dünengebiet Marokkos.Wir wollen zu einer Kasbah mit einer sehr guten Bewertung die die direkt an den Dünen liegt.Der Inhaber -auch wieder ein Hassan -ist in unserem Reiseführer abgebildet und  wir erkennen ihn auch gleich .Die "Straße " bist zur Kasbah ist eine Wellblechpiste.Über ein paar Kilometer schaukelt Werner unseren Koloss über Stock und Stein.In den Schränken klappert es und einige male liegen wir schon etwas in der Schräglage-Hier sind uns jetzt eben Grenzen gesetzt.Unser Brummi ist zwar auch auf LKW -Basis aber eben viel zu tief und nicht geländetauglich.Aber wir kommen an -Die Kasbah ist wunderschön ,wie aus tausend und einer Nacht !Aber dann -upps -kein Platz für uns.Im Moment sind hier viele Plätze an den Dünen von verschiedenen Teams der Rally Paris -Dakar ausgebucht.Die trainieren hier da im Januar 2013 die Rally wieder nach ein paar Jahren Pause in Marokko statt findet.Aber Hassan ist ein super Typ und schickt uns nicht weg.Wir dürfen durch das Servicelager durch fahren auf einen hinteren Platz.Das alte Campinggelände das nicht mehr genutzt wird ,da die Wüste auf dem Vormarsch ist und den Platz zurück möchte.So erklärt es uns Hassan.Super -genial -wir stehen völlig allein-hinter uns und links von uns nur die Dünen.Rechts von uns die " Dromedargarage".Die Jungs kommen aber erst morgen wieder .Die schaukeln gerade Touristen durch die Wüste. Wir werden auf Minzetee und Kaffee eingeladen den wir auf der Terrasse über der Kasbah trinken.Unser erster Sonnenuntergang in der Wüste.Wir dürfen den gesamten Komplex besichtigen und sind begeistert.Alles mit viel Liebe zum Detail ausgestattet.Und heute essen wir auch das erste Mal original marokkanisch eine Tajine ( google ) mit Rindfleisch-Zwiebeln und Feigen.Sehr lecker.Nach unserem romantischen Mahl in diesem grünen Oasengarten mit arabischer Musik und Kellnern in Trachten verabschieden wir uns herzlich von Hassan der uns heute Abend persönlich bedient hat .Er wünscht uns süße Träume und unter dem Sterne übersäten Himmel geht es zu Nachtruhe zu unserem rollenden Heim.Wir lassen die Fenster offen,liegen im Bett und sehen auf die Sterne und der warme Wüstenwind bläst durch die Fenster.Tausend und eine Nacht .Das haben wir uns gewünscht und jetzt sind wir hier. Schön wenn manche Träume in Erfüllung gehen !

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Sonntag ,14.10.2012
Was ist den da los ? Durch laute Geräusche werden wir morgens um 7 Uhr geweckt.Als wir die Vorhänge aufmachen strahlt die Sonne herein.Durch unser Fenster können wir genau auf den Platz vor der Dromeadrgarage blicken.Gerade kommt eine Gruppe zurück die in der Wüste übernachtet hat.Die Dromedare brummeln und geben dieses laute Stöhnen von sich .Ein toller Anblick wie die Begleiter in ihren blauen langen Umhängen und Turbanen die Tier absatteln und in die Umzäunung bringen.Jetzt sind wir auch richtig wach und beschliessen wir machen heute einmal einen Relaxtag.Wieder ist genug Schmutzwäsche zusammen gekommen.Wie fragen nach einer Maschine.Hassan schickt uns einen jungen Mann der uns den Weg zur " Wäscherei " zeigt.Wir laufen um den Komplex herum und in einen Eingang zu einem Innenhof.Dort finden wir eine Berberfrau die die Hotelwäsche macht.Freundlich zeigt sie uns einen Platz wo wir unsere Wäsche abstellen könne.Wir dachten wir sollen später kommen wenn sie ihre Wäsche fertig hat.Aber der Junge hat uns erklärt das die Waschfrau die Wäsche für uns macht und uns später bringt.Auch schön!Dann schreiben wir und laden Bilder hoch und genießen die Sonne.Am Nachmittag maschieren wir in den Innenhof der Kasbah weil wir da Internet haben und stellen unsere Berichte ein.Aber wie immer geht es sehr langsam und es dauert fast drei Stunden bis wir mit allem fertig sind-Bilder gehen eben immer nur einzeln.Bei Zwei stürzt der PC ab.Als wir zurück zum Womo gehen laufen zwei Kinder auf uns zu und wollen Caramel oder Dirham.Wir haben nichts  aber sie sollen warten wir kommen gleich zurück.Was wir auch tun und wir verteilen Bonbon.Kinder auf dem offenen Land bedanken sich und freuen sich -Kinder in Dörfern oder Städten werden zu wahren Hyänen. Das ist der Unterschied zwischen den Kindern die irgendwo in der Pampa wohnen und den  Dorf oder Stadtkindern.Es ist ihnen nicht genug und sie fordern Geld .Als wir abwinken sind sie böse.Kurze Zeit später möchte Werner kurz auf die Dünen um ein paar Bilder zu machen.Aber kaum hat er die Türe zu unserem Hof geöffnet stürmen 10 -15 Kinder laut brüllend auf ihn zu.Sie schreien wild durch einander .Caramel-Dirham-Euro ! und wollen ihm alles mögliche verkaufen.Das ist ein ganz großes Problem hier.Die Kinder werden ruck zuck mehr und mehr und man kann sich fast nicht dagegen wehren.Auch beim Fahrzeug -sobald man irgendwo anhält ist man in kürzester Zeit umzingelt.Es ist nie genug was man gibt und dann werden sie aggresiv-schlagen und hauen gegen das Fahrzeug und man muß irrsinnig aufpassen das man beim Anfahren keinen mit nimmt.Wir haben das auch schon ihn Reiseführern gelesen aber das es so schlimm ist hätten wir nicht gelaubt.Auch haben wir jetzt mehrere getroffen die auch mit Steinen beworfen wurden.Wir fahren schon immer konzentriert und passen auf aber sobald ein Kind aus einer Gasse gelaufen kommt rechnet man schon mit einem Einschlag.Und wir halten auch nur noch in ganz flachen Gegenden und dann auch  mit ganz wachen Augen da wir auch da schon zwei schlimme Erlebnisse hatten.Wir wollen nur kurz eine Pause machen und etwas essen.Wir wissen nicht wo die Kinder alle herkommen aber egal wo du hälst sind sie in kürzester Zeit da.Werner hat Bonbons und Farbstifte aus dem Fenster gegeben und es wurden immer mehr Kinder und das Gebrüll wurde immer lauter.Werner hat die Fenster geschlossen und gerufen-schmeiss das Zeugs alles ins Spülbecken wir hauen hier ab !Schnell und trotzdem mit Vorsicht ist er losgefahren  und  alles sind nebenher gelaufen .Das ist eigentlich schon schlimm und nicht zum Lachen.Man muss hier weniger Angst vor Überfällen haben aber vor Horden von wild gewordenen Kindern!
So-das musste jetzt auch einmal gesagt werden denn es ist nicht immer alles nur schön und gut wie uns manche Reiseberichte  glauben machen möchten.
Aber für den Abend hatten wir wieder ein sehr schönes Erlebnis.Wir hatten uns für einen Kamelritt in die Wüste zum Sonnenuntergang angemeldet.Um 16 Uhr stand unser Führer mit unseren zwei Reittieren vor der Garage.Was für schöne Tiere.Diese Augen- und diese Wimpern-da wird selbst ein Hollywoodstar neidisch !Dann sind wir aufgesessen und nicht umsonst heißen diese "Transportmittel" Wüstenschiffe.Das ging hin und her -auf und ab -man musste sich schon gut festhalten.Unser Begleiter ,sein Name ist Barak , war ein super netter Kerl mit ein wenig deutsch und englisch Kenntnissen.Dieses Erlebnis musste einfach sein und uns hat es so gut gefallen.Wir haben angehalten und stiegen ab.Die große Düne mussten wir selbst erklimmen.Aber dann.Was für ein Ausblick.Der Sand hatte alle Braun und Rot Schattierungen, die Sonne war Gelb und Rot und es war angenehm warm,der Sand war weich unter den Füßen da wir barfuß waren.Und dann das Paradoxe.Auf den einen Dünen Menschen die die Ruhe und den Sonnenuntergang genießen wollen.Auf den anderen Dünen Crossmaschienen und Rallyautos die mit lauten Motorengeräuschen die durch den Sand düsen.Aber so ist heute die Welt. Überall wo man Natur vermutet hat die Neue Welt auch schon Einzug gehalten.Barak ist ein sehr bemühter Berber der uns viel über seine Familie-die Wüste Algerien und die Touristen erzählt hat.Wir haben viel gelacht aber als die Sonne unterging waren wir alle drei still.Dann ging es zurück und unsere Tragtiere durften ,natürlich nicht ohne sie noch einmal zu streicheln ,in ihr Nachtquartier.Wir haben uns nach dem Duschen-( Kamelhaar riecht schon intensiv ) zu unserem zweiten traditionellen Essen aufgemacht.Es gab -Tajine mit Couscous, Kraut, Gemüse und Hähnchen, eine scharfe Suppe mit weißen Bohnen und zum Nachtisch Obstsalat aus heimischen Früchten.So satt und müde von den heutigen ,guten und schlechten , Eindrücken ging es wieder unter Sternenhimmel in unser Nachtquartier.
Msiän -schön ,gut !



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Montag ,15.10.2012
So, heute nutzen wir noch einmal die Gelegenheit und erledigen und unsere Dinge im Netz da wir kostenloses WIFI haben.Dann noch die unleidigen Dinge,Wasser auffüllen,Toilette leeren.Wäsche verstauen.Hassan kommt uns noch verabschieden und dann gehts wieder los über die Wellblechpiste Richtung Straße.Heute wollen wir nach Tinerhir.Dort beginnt die Todhra-Schlucht.Eine imposante Schlucht bis in über 2000 Meter Höhe und die Wände gehen teilweise bis 300 Meter senkrecht nach oben.Erst müssen wir noch Tanken und Geld wechseln dann fahren wir weiter.Die Gegend ist dieses mal nicht sehr schön .Eintönige Landschaft ,wie fast immer überall Müll und Glasscherben.Wenig Menschen und wenn Tier dann Ziegen und Schafe. Die Straße IST  dieses mal wieder sehr schlecht .Bei den Bodenwellen die man manchmal zu spät erkennen kann rappelt es schon mal in den Schränken und in der Garage werden die Sachen durcheinander geworfen obwohl alles festgebunden ist.Leider haben wir wieder selten die Gelegenheit an zu halten wenn wir Berberfamilien sehen.Die Straßenränder sind sozusagen überhaupt nicht vorhanden und die LKW die hier wirklich überall fahren-ohne Rücksicht auf Verluste -hupen schon wie irre los sobald wir nur andeuten zu halten.Aber trotzdem gelingt es uns wieder zwei Frauen mit Kindern etwas zu geben.Leider haben wir keine Babysachen dabei -die wären hier wirklich nötig gewesen.Aber für die größeren Jungen  ( Gruß an Simone ) und für die Frauen haben wir etwas Passendes.Ein nettes Foto zur Erinnerung dürfen wir gerne wieder machen aber das gelingt nur einmal.Macht ja nichts.Das liebe Winken und Verabschieden ist genug für uns.Auf der rechten Seite tauchen große Erdanhäufungen auf die aussehen wie große Maulwurfshügel.Dann erkennen wir Leitern die oben hinein gehen.Das müssen Steinminen sein-aber genau wissen wir es nicht und noch mal anhalten wollen wir nicht da schon Souvenirverkäufer in ihren Startlöchern stehen-Nein -dank
Wir kommen endlich wieder auf eine bessere Straße und fahren durch Dörfer.Was uns immer wieder auffällt.Es gibt hier unwahrscheinlich viele Kinder ,in allen Altersgruppen und fast alle fahren mit dem Fahrrad -manchmal könnte man glauben wir sind in China wenn gerade die Schule aus ist.Dann kommt die Abzweigung zur Schlucht -Die ersten Lehmdörfer werden sichtbar-Sie sind dem Verfall geweiht da die Menschen hier sie nicht pflegen und ihre neuen Häuser mit Steinen und Zement bauen.Keine gute Lösung -im Sommer zu heiß -im Winter zu kalt-aber eben fortschrittlich Die Felsen werden wieder imposanter und die Straße geht steil und schmal nach oben -sind wir hier noch richtig ??Aber nach der nächsten Kurve sehen wir den schönen Campingplatz im Hang liegen-Es sieht alles sehr gepflegt und einladend aus.Wir werden freundlich begrüßt-Schluss für heute .Womo abstellen-Essen -und etwas abhängen.Morgen ist ein neuer Tag !

Dienstag , 16.10.2012
Wieder muss einmal ein Haushaltstag eingelegt werden.Bettwäsche waschen und das Womo putzen.Der Sand und der feine Staub setzten sich überall ab.Werner macht eine Durchsicht des gesamten Fahrzeuges.Ob alles noch fest ist , Ölstand prüfen , in der Garage ein paar Dinge umräumen. Wir schreiben unsere Berichte und stellen alles ein , was wieder ewig dauert.Dann wird in der Sonne gelegen und relaxt.Es sind 25 Grad und blauer Himmel.Morgen wollen wir in die Schlucht und den Mittag noch einmal hier auf dem Platz verbummeln.Der nette Betreiber ist für uns ins Dorf gelaufen und hat uns unsere marokkanische Telefonkarte aufgeladen.Heute gab es das Angebot -50 Dirham bezahlen und für 150 Dirham Guthaben bekommen.Es ist so schön ruhig auf dem Platz hier , außer wieder einmal einem Esel der sich die Seele aus dem Laib schreit und dem Muezzin der in regelmäßigen Abständen sein Gebet in einer Lautstärke verkündet das man damit Tote aufwecken könnte.Aber sonst ist alles easy going .

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Mittwoch , 17.10.2012
Die Todhra -Schlucht ist eines der Höhepunkte auf einer Marokkoreise.Kein Reisender -egal ob solo,in der Gruppe oder mit einen Reiseveranstalter lässt diesen Punkt aus,  dieser Besuch steht immer auf dem Programm.Warum? Weil diese Schlucht zu den drei Naturereignissen gehört:
Ziz-Schlucht / Todhra -Schlucht und Dades -Schlucht.Natur in ihrer ursprünglichsten Form -tausende von Jahre alt - und Zeitzeugen vieler Epochen-In diesen Schluchten werden die Fossilien und Mineralien Marokkos gefunden-Hier war alles einmal Meer bevor hier dieses Land entstanden ist.Interessierte können hier in der oberen Region selbst nach Versteinerungen suchen.Und auch für Sportbegeisterte ist vor allem die Todhra -Schlucht ein Paradies.Klettern -wandern -mountainbiken und free gliming sind hier die Lieblingsbetätigungen für viele die den gewissen Kick suchen.Aber auch die Vermarktung hat ihr Einzug gehalten-Kaum fährt man ein Stück in die Schlucht ein erscheinen schon die ersten Verkaufsstände und Händler und sobald man das Fahrzeug verlässt hängen sich die aufdringlichsten dieses Metier einem an den Rockzipfel und sind hartnäckig wie Schmeissfliegen. Man muss sie einfach ignorieren und weiter laufen.Wenn man aber die engste Stelle durch fahren hat , sind die Touristen und die Händler plötzlich weg.Den hier führt der Weg steil nach oben und die Straße ist nicht gerade stoßdämpferfreundlich .Unser Brummi verbiegt sich schon mal nach allen Seiten und lässt sich durch Bodenwellen aufschaukeln. Flußläufe überqueren die Straße , mit großen Steinen und viel Schotter gespickt.Wir fahren ganz hoch bis zum letzten Dorf.Weiter können wir nicht -dafür ist unser Fahrzeug nun wirklich nicht ausgelegt.Da braucht man schon 4 x 4 -Offrouder. Auf diesem letzten Streckenabschnitt den wir gefahren sind ist auch wieder Aufmerksamkeit geboten.Auch von hier wird immer öfters von steinewerfenden Kindern berichtet.Sogar ein Fahrradfahrer wurde hier zwei mal fast am Kopf getroffen und ein Einschlag ging in sein Fahrrad.Er hat die Schlucht umgetauft in " Todesschlucht " und bleibt Marokko in Zukunft fern.Wir haben dieses mal Glück - nichts ist passiert.Wir fahren die gleiche Strecke wieder zurück.Auf dem Campingplatz hat unser Chef wieder eine gute Neuigkeit -heute gibt es für 50 Dirham ein Guthaben von 350 Dirham gutgeschrieben und er geht nochmals in den Telefonladen und erledigt das für uns.Echt ein feiner Kerl , so nett und hilfsbereit.Wir machen noch einen kleinen Spaziergang entlang des Dorfes und melden uns für heute Abend zum Essen an. Tajine mit Hühnchen und Gemüse für 2 Personen mit Getränken 13,- Euro -da kann man nicht meckern.Und es war wieder super lecker.Morgen geht es wieder weiter.

Die Kellner und Verkäufer gewöhnen sich hier schnell irgend welche Sprüche an die sie von Touristen hören.Eine kleine Auswahl:
Hallo ,wie gehts
gehts gut
alles klar
alles im grünen Bereich
ja ja so ist das
süße Träume
jojo
mein Freund aus Germany
Alibaba ( für den Mann) Fatima ( für die Frau )
sicher -sicher-
machen mer -machen mer- ( genau so gesprochen )
ha ja -ha neu - ( genau so gesprochen )
woher kommst
wohin gehst
leben und leben lassen
kleine Hilfe für Familie
oki -doki



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Donnerstag .18.10.2012
Es geht weiter in die Dades - Schlucht.Noch einmal blicken wir auf die schöne Oase und vorbei an den Lehmhäusern geht es zurück auf die Straße die uns nach Ouarzazate führt.Die Gegend wird wieder flacher und einfacher.Plötzlich sehen wir am Straßenrand eine kleine Dromedarherde.Wir halten an und unterhalten uns ein wenig und wir dürfen ein paar Bilder machen.Natürlich geben wir ein paar Dirham als Dankeschön .Schuhe wären ihm lieber gewesen ,habe wir aber leider keine.Dann kommt die Abzweigung zur Dadesschlucht. Langezogen führt uns die Straße durch kleine Ortschaften in  das immer enger werdende Tal hinein.Kinder wollen uns anhalten aber wir winken nur zurück.Es gibt viel zu sehen und die Kurven sind spitzig..Ab und zu sitzen wir auch kurz auf.Die Schlucht wird zunehmend enger und dann geht es die steilen  Serpentinen hinauf.Der Blick ist grandios und spektakulär und wir können bis zum Wasser hinunter blicken.Oben angekommen gibt es eine schöne Aussichtsplatte mit Restaurant.Der Wind fegt uns fast die Haare vom Kopf.Aber einmal am Abgrund stehen und auf die Serpentinen blicken -das muss sein .Wir lassen die Touristen hinter uns und fahren weiter durch die eigentliche " Gorges " -also die Schlucht.Die engste Stelle unter einem Felsenüberhang kommt erst noch.Die Straße rüttelt uns durch.Am Flussufer entlang sind schöne Felder angelegt .Ordentlich und gerade und in Parzellen eingeteilt-Wir sehen Bäuerinnen arbeiten und Frauen am Fluss Wäsche waschen.Die Menschen winken uns freundlich zu .Die Straße ist sehr schmal und viele Stücke sind nur Schotter oder Erde.Wir fahren fast bis auf 2000 Meter hoch.Aber dann fängt es an zu regnen und wir drehen lieber um.Bei Nässe ist die Schlucht und die Serpentinen nicht so einfach zu befahren.Und wenn es wirklich stark regnet kann die Zufahrt schon einmal ein paar Tage unpassierbar sein.Deshalb schnell hinaus.Wir kommen gut wieder zurück auf die Straße und fahren weiter zu einem schönen Campingplatz bei einem großen Hotel in der Nähe von Ouarzazate.Es regnet immer noch und wir sind die einzigsten Gäste auf dem Platz.Gute Nacht !

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Freitag , 19.10.2012
Unser erstes Ziel heute:
Die Filmkulissen der Altas Filmstudios .Ouarzazate ist eine Filmmetropole.
Die Filmreihe ist lang.Angefangen mit Alfred Hitchcock:
"Der Mann ,der zuviel wusste." ( 1956 )   und wir wollen noch ein paar Beispiele nennen:
"Lawrence von Arabien "( 1962 )
"The Jewel of the Nile " ( 1985 )
"Himmel über der Würste " ( 1990 )
"Die Bibel " -alle Teile (1994 -1999 )
"Kundun " ( 1997 )
"Die Mumie"( 1999 )
"Gladiator " ( 2000)
"Alexander" ( 2004)
"Asterix & Obelix -mission Kleopatra " (2002)
"Königreich der Himmel ( 2005 )
"Die Päpstin " ( 2009 )
Die original Filmkulissen können für umgerechnet 5,00 Euro pro Person besichtigt werden.Mehr ist es aber leider auch nicht wert.Das Gelände ist total herunter gekommen.Die Kulissen faulen vor sich hin und zerbröseln langsam.Man darf zwar überall hinein gehen und alles anfassen,es gibt keine Verbotsschilder , aber das möchte man schon gar nicht weil man Angst hat das der Rest auch noch einstürzt.Schade das man so etwas nicht zu schätzen weiß.Aber man konnte sich trotzdem die Szenen vorstellen die hier gedreht wurden.Vor allem die Päpstin ist uns noch gut in Erinnerung.
So und weiter ging es jetzt Richtung Agdz , wieder übers Gebirge auf 1700 Meter , ins Draa-Tal.
Diese Strecke ist wieder ein großes Highlight.Kurz nach Ouarzazte ist die Gegend völlig vermüllt-unglaublich -alles voll mit Plastiktüten -warum machen die Leute das nur ??Schade um das schöne Land! Aber um so weiter wir ins Gebirge kommen um so schöner wird es wieder.Die Sonne ist wieder heraus gekommen. Die Landschaft ist völlig unwirklich.Steine,Geröll,Erde.Eine tolle Urlandschaft.Kein Wunder das hier schon so viele Bibel und Antikfilme gedreht wurden.Man sieht ja förmlich die Menschen durch die Gegend laufen.Und das auch noch ziemlich real.Berber mit ihren Ziegenherden, Menschen die in ihren Umhängen auf ihrem Esel reiten.Nomaden die in der Steinwüste stehen.Die Straße zieht sich in langen Serpentinen am Berg nach oben .Die Aussicht ist atemberaubend ,die Felsen haben wunderschöne Muster,sehen aus als wären Steinreihe auf Steinreihe aufgesetzt worden.Und die Schattenspiele der Wolken zaubern unwirkliche Augenblicke.Und immer wieder tiefe Einschnitte die die Berge teilen.Ganz oben halten wir an und genießen dieses Erlebniss.Dann geht es wieder hinunter in das schöne weite Tal und diese Fahrt steht der Aufwärtsreise in nichts nach.Natur wie sie uns gefällt- unberührt -urtümlich -unveränder seit ewigen Zeiten.Auf der Sohle des Tales erreichen wir unser heutiges Ziel.Ein schöner Campingplatz in Agdz der der Adelsfamilie Ait el Caid gehört und zu dem auch eine schöne sehr alte " Kasbah Asslim "gehört die man besichtigen kann.Es fängt wieder an zu regen und wir brauchen wieder mal ein Schläfchen.

Samstag , 20.10.2012
Wir hatten heute einen wunderschönen Tag mit schönen Erlebnissen und netten Kontakten.
Auf unserem tollen Campingplatz -Camping Kasbah de la Palmeraie direkt neben  der Kasbah Asslim in Agdz sind wir bei adeligen abgestiegen.Es handelt sich dabei um den Adelsclan Ait el Caid.Ein Caid ist so zusagen ein Fürst , die Kasbah eine Burg.Der Sohn des Caid und die französische  Schwiegertochter Gaelle betreiben den schönen Campingplatz.Da die Kasbah noch bewohnt wird und so groß ist das in den besten Zeiten 200 Clanmitglieder darin gewohnt haben ist die Instandhaltung schon eine kostspielige Sache.Mit den Campingeinnahmen und mit Führungen durch die Kasbah und durch die kostenlose Unterstützung eines Instituts in Weimar wird ständig an der Kasbah gearbeitet.Mit zwei netten deutschen Paaren die wir auf dem Platz kennen gelernt haben gehen wir sehr gespannt mit zu Führung.Im Normalfall hat man keine Gelegenheit so etwas von innen zu sehen.Und das hat sich wirklich gelohnt.Wir erfahren viel über das Leben in einem Clan und in einer Kasbah und auch über die Lebensweise und Lebensart der Marokkaner.Und Gaelle hat eine niedliche Art zu reden man hört interessiert zu.Nach der lieben Verabschiedung fahren wir auf den Hauptplatz des quirligen Ortes Agdz.Wir bummeln über den Markt auf dem die Händler Kleidung ,Schuhe und Haushaltswaren anbieten und gehen in den Obstsuq um Gemüse und Kartoffeln zu kaufen.Das Treiben rund um den Marktplatz ist bunt und laut und wird von Einheimischen und Touristen belebt .Wir haben direkt neben dem Eselparkplatz geparkt-sieht schon sehr putzig aus ,die Eselskarren neben unserem Womo.Gegenüber sieht Werner jemanden mit frischem Brot aus einer Gasse kommen.Da wir keinen Laden sehen spähen wir kurz um die Ecke.Da ist eine Backstube und es duftet super lecker nach frischem Brot.Der Bäcker hat uns gesehen und winkt uns ganz begeistert in seine Stube.Da liegen die duftenden Fladenbrote und Baguette in den Körben.Wir unterhalten uns wieder einmal sehr nett-Deutschland -oh Stuttgart -Mercedes !! Ein lustiger Kerl der Werner liebevoll " meine Freund " nennt und auch unbedingt noch ein Foto machen möchte.Und wir dürfen die noch warmen Brote bei ihm kaufen.Drei Stück  kosten 5,- Dirham -das sind ca.50 Cent für alle Brote !
Das war wieder eine nette Begegnung.Wieder auf der Straße werden wir natürlich von den Händlern in ihre Läden eingeladen.Da wir noch ein schönes Erinnerungsstück für uns möchten suchen wir uns den schönsten Laden aus.Ein netter älterer Mann begrüßt uns und sein Sohn übernimmt das Beratungsgespräch.Wir haben schnell ein schönes Stück gefunden , einen wunderschönen Kasbahspiegel aus dunklem Holz .Und jetzt beginnt die Verhandlung.Marokkaner lieben es wenn man nicht gleich nachgibt-wer lange und hart verhandelt wird respektiert und gilt als Berber.Wir jammern was das Zeugs hält- er möchte 1200 Dirham haben -wir fangen mit dem Bieten bei 200 Dirham an.Am Ende sollte man mit dem Preis so bei ca. 30 -40 % des verlangten Betrags sein.Susi erzählt von ihren 5 Kindern die alle noch zu hause wohnen , Werner jammert wegen seines schlechtes Jobs-der Händler ruft alle 5 Minuten Allah zur Hilfe-es wird viel gelacht und gezwinkert.
Wir werden nicht handelseinig -das ist öfters so beim Handeln und verlassen den Laden.Der Händler wartet bis wir auf der Straße sind und kommt uns dann nach - das macht er wenn das letzte Angebot noch akzeptabel ist -wenn das Angebot wirklich zu niedrig war -kommt er nicht nach aber man weiß dann wo beim nächsten Händler die Schmerzgrenze ist. Unser letztes "best Angebot for frieds "war 500 Dirham.Er nennt uns harte Verhandlungspartner und ist mit dem Preis einverstanden wenn er noch ein kleines Geschenk für seine Kinder bekommt.Wir schlagen ein -dann ist der Handel perfekt und wir geben ihm noch Farbstifte und Stickeraufkleber für die Nachkommen.
Wir werden noch zu Tee oder Kaffee eingeladen lehnen aber ab da wir noch weiterfahren wollen.Solange uns unserer Errungenschaft gut verpackt wird machen wir noch einen Plausch mit dem Vater und scherzen mit dem Sohn .Noch einmal kurz gejammert ,das wir ihn in den Ruin getrieben haben und wir sagen Auf wiedersehen mit Handschlag und dem Versprechen unseren
"fast geschenkten " Einkauf in Ehren zu halten.Das war wieder einmal sehr lustig und wir freuen uns das wir gut verhandelt haben.Dann fahren wir wieder zurück nach Ouarzazate auf einen Platz der dem Cousin des Besitzers der Kasbah Asslim ist.Auch hier werden wir super nett empfangen.Am Abend machen wir noch einen Spaziergang zu den Palmen und freuen uns über den erlebnisreichen Tag.

 

Und heute noch ein paar ganz persönliche Grüße an Tante Veronika und Gerhard -
unsere treusten Begleiter :
Vielen Dank das ihr immer an uns denkt und so lieb Kontakt mit uns haltet
Wir freuen uns immer sehr über euerer Nachrichten!

 

Schade das die Meisten nur lesen - :-(

 

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Sonntag,21.10.2012
Einfach mal ein wenig in der Gegend herum fahren - ohne Ziel !Das wollten wir heute mal machen.Also sind wir einfach einmal rechts abgebogen ohne vorher zu schauen wo es hin geht.So sind wir heute zu einer Offroudtour gekommen.Denn schon nach wenigen Kilometern hörte die Straße auf und es begann eine Schotterpiste die dann in eine ganz einfache Piste überging.Wir fuhren einfach langsam weiter -irgendwo muss man ja dann sowieso wieder auf eine Straße kommen.Aber dem war nicht so -die Piste ging immer weiter -das Navi zeigte nur einen blauen Pfeil und fand keinen Weg.Wir kamen durch kleine Orte und das war ein Ereignis.So ein " Schiff" ist da wahrscheinlich noch nie durch gefahren.Viele erstaunte Gesichter -winkende Hände -manche hielten den Daumen nach oben -also gut .Zwischendurch hielten wir an um zu schauen wo wir eigentlich sind-aber keine Anhaltspunkte.Plötzlich sehen wir eine Jeepkarawane in unsere Richtung fahren.Sie haben auch Dromedare dabei.Wir grüßen und fragen nach dem "Weg". Ein netter Begleiter zeigt uns wo es lang geht und wir hoppeln weiter bis zum nächsten Dörfchen.Ganz geeignet ist unser Vehikel natürlich nicht aber etwas Abseitsabenteuer wollten wir eben doch mal haben.In der Dorfmitte halten wir an und haben kaum den Motor abgestellt-schwupp -da sind sie wieder -die kleinen Kinder und die jungen Männer-Frauen und Mädchen sind keine dabei.Wir steigen aus und grüßen freundlich : Salam -und es schalt im Chor zurück.Unser Fahrzeug wird bestaunt und wir werden gefragt -wo wollt ihr hin ??Mit unserer ADAC- Karte zeigen wir unseren Startpunkt.Viel Gelächter und neugierige Augen - hier gehts lang -zwanzig Hände zeigen in eine Richtung.Ok -also -au revoir ( französisch : auf wiedersehen )- aber so ein netter Haufen soll auch ein kleines Dankeschön bekommen.Susi verteilt Lollis an die Kinder und Kugelschreiber an die Männer.Alle freuen sich und wünschen gute Reise-Mist ,vor lauter Menschengewimmel haben wir vergessen ein Bild zumachen-aber egal -wir haben dieses Bild ja in der Erinnerung.
Weiter gehts auf dem Rüttelweg .In den Schränken klappert es wie wild also später aufpassen bei Öffnen sonst gibts ne Tasse auf die Nase.Zwei Jungs stehen am Weg und winken wie verrückt.Wir halten an und sie erklären uns das sie uns gerne den Weg zeigen wollen und das geht am Besten wenn sie mit uns mitfahren.Schlitzohren !!Aber die Beiden sind so goldig das wir sie einsteigen lassen was wir normal nicht tun -aus Versicherungstechnischen und Sicherheitsgründen.Aber heute machen wir eine Ausnahme.Die beiden freuen sich wie Bolle und winken wir verrückt aus dem Fenster wenn sie jemanden sehen.Wir hätten ihre Hilfe eigentlich nicht benötigt , das Navi zeigt wieder eine Route aber wir lasssen ihnen noch etwas den Spass.Soetwas erleben die Beiden bestimmt nicht so schnell wieder.Der Kleine heißt Halil und ist 10 Jahre alt ,der Große heißt Mohammed und ist 14 Jahre alt.Im nächsten Ort lassen wir die beiden aussteigen und geben ihnen noch ein paar Geschenke mit.Jogginghose und Kapuzenpullover für Halid , Schildkappe und Kulis für Mohamed , eine Dose mit einer Seife für die Mutter und Plüschtiere für die zwei kleinen Schwestern und einer Dose Cola für den Rückweg .Die Zwei freuen sich einen Wolf !!
Mit viel Schukran - Danke -laufen sie mit ihrer Beute im grünen Müllsack wieder heim.Aus  dem Haus vor dem wir gehalten haben ist eine Frau und ein Mann gekommen und sie fragen freundlich ob sie helfen können-das ist echt unglaublich hier in Marokko das immer sofort jemand da ist und seine Hilfe anbietet!Wir erklären unsere Anwesenheit und die Sache mit den Jungs.Das gefällt den Leuten und sie laden uns spontan zu Tee und Couscous ein -wo gibts den sowas ??Diese Menschen sind alle so gastfreundlich und niemand braucht im Hinterland Angst zu haben .Aber wir müssen leider dankend ablehnen da es sonst zu spät wird.In Marokko soll man es bestens vermeiden Nachts zu fahren -viel zu gefährlich wegen der Unfallgefahr! Sonst wären wir wirklich gerne geblieben.
Kurze Zeit später sind wir wieder auf einer geteerten Straße und finden auch schnell unsern ausgesuchten Schlafplatz in der Stadt.Und hier ist vielleicht was los auf dem großen Gelände vor der Einfahrt zum  Campingplatz ! Alles voller Schafe und Ziegen , Heulaster , Menschen und Warenhändler.Stimmt !!
 Am 25.10.2012 ist in Marokko ja das Opferfest -auch Hammelfest genannt!
Bei uns auch durch das Alte Testament bekannt -
nicht vollzogene Opferung Ismails ( Isaaks ) durch seinen Vater Ibrahim ( Abraham )
Das Fest dauert 4 Tage bis eine Woche . In dieser Zeit ist fast alles geschlossen-Läden , Behörden und Supermärkte.
Also heißt es am Mittwoch noch einmal genug Vorräte einkaufen.

Kurze Erklärung: Wir haben hier etwas nettes gelernt.
Wenn jemand an deine Tür klopft lass ihn ein und bewirte ihn drei Tage.
Am ersten Tag solle er sich ausruhen und zu Kräften kommen.
Am zweiten Tag soll er von seiner Reise erzählen -wo kommt er her wo geht er hin .
Am dritten Tag soll er sich verabschieden, da er jetzt zu teuer wird für die Familie.
Bleibt der Gast zu kurz ist er unhöflich -es ist ihm nicht gut genug bei der Familie.
Bleibt er zu lange -nutzt er die Gastfreundlichkeit seiner Gastgeber aus .



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Montag ,22.10.2012
Der Weg führt uns heute über den hohen Atlas -225 km übers Gebirge .
Da ab Donnerstag wegen dem Hammelfest fast alles 1 Woche geschlossen hat wollen wir Marrakesch besuchen .Unsere zweite Königsstadt.Und danach können wir uns dann wieder Naturschönheiten zuwenden.Schon früh morgens fahren wir los den diese Fahrt hat es in sich.Diese Gegend ist sehr intensiv landwirtschaftlich genutzt bis auf die Atlashänge hinauf.Durch das reichliche Wasser gedeiht vieles und durch die vorhandene Erde lässt sich auch Ackerbau betreiben.Es geht schnell bergauf .Eine beeindruckende Reise ,ein unwahrscheinlich schöner Weg , hier lohnt sich jeder Blick . Die Straße ist anspruchsvoll,es herrscht reger Verkehr und die Marokkaner weichen niemals freiwillig ein Stückchen aus , soll doch der andere sehen wo er fahren kann.Ständig wird von hinten gehupt damit wir wissen das einer überholen will.Das ist die Hauptverbindungsstraße nach Marrakesch und daher ist alles mögliche unterwegs.Taxis,Touristenbusse , Lastwägen, vollgeladen entweder mit allen möglichen Gütern , fast noch mal so hoch wie das Fahrzeug selbst oder aber Viehtransporte.Die Tiere werden oben auf den Dachträger geladen,egal ob Schaf .Rind oder Ziege.Die tun uns ab und zu schon leid überhaupt bei dem Fahrstil .Überall an den Straßenrändern stehen Verkäufer die einem Mineralien und Fossilien anbieten.Aber man sieht schon von weiten das es sich um künstlich hergestellte Erzeugnisse handelt-so grell lila - pink und blau ist das Innenleben.Es geht auf und ab , in langezogenen Serpentinen schlängelt sich die Straße an den Abhängen entlang-oft fehlt die Leitplanke komplett und es wird nur mit ein paar weiß angemalten Steinen auf den Abgrund hingewiesen. Susi hat leider die Abgrundseite erwischt und kann öfters in die Tief blicken.Einerseits spektakulär -aber auf der anderen Seite auch manchmal ziemlich beängstigend-diese Strecke ist sehr unfallträchtig und man ist immer froh eine unübersichtliche Kurve gemeistert zu haben.Die Vegetation verändert sich um so höher er rauf geht - aber die Ansicht ist immer atemberaubend schön -so schön wie nur Natur in ihrem Ursprung sein kann.Und man fühlt sich in 2250 Meter Höhe - über der Baumgrenze -dem Himmel sehr nahe.Als wir aussteigen weht nur ein kühler Wind -sonst ist es still-spätestens bis das nächste Hupen ertönt.Die Dörfer sind so Rot und Braun wie die Erde hier und so in den Hang hinein gebaut das man sie oft erst nach dem zweiten Blick erkennen kann.Zwei mal schaffen wir es auch bei diesem Verkehr und ohne Seitenstreifen anzuhalten und winkenden Kindern am Straßenrand ein paar Stifte und Bonbons zu schenken.
Auf eine längere Stecke werden dann Äpfel und Granatäpfel angeboten -oft Stände aber auch nur ein kleiner Korb auf einem Stein zeigen den Verkaufsplatz an.Die Händler liegen im Gras und warten auf Kundschaft.Wir kommen durch kleine Bergdörfer in denen es wild zu geht.Da stehen viele Lastwagen und aus vielen Tajinnen dampft es an der Straße.Menschen die kreuz und quer laufen und überall Fahrzeuge und Eselskarren.Und was uns auffällt-obwohl die Dörfer so schön getarnt sind verraten sich die Menschen mittlerweile durch die Errungenschaften der Neuzeit .Auf vielen Dächer stehen Satellitenschüsseln-weiß groß und weit sichtbar.Und paradox erscheint es uns wenn ein kleiner Huzelman mit seinem überladenen Esel am Straßenrand läuft und sich sehr geschäftig das Handy ans Ohr hält -ob er wohl zu Allah spricht -?
Aber trotzdem können wir sagen das wir heute wieder einen schönen Höhepunkt für unsere Reise hatten.Wir lieben die Natur und so schnell wir wieder aus den Städten flüchten weil es uns zu laut und zu schmutzig ist -um so länger könnten wir durch die Einsamkeit fahren immer in freudiger Erwartung welches Panorama oder welches Erlebnis uns auf unserer Tour erwartet.Nichts was je gebaut oder vom Menschen erschaffen wurde oder noch wird -könnte je in Konkurrenz zur Mutter Erde treten -den die wurde von ganz anderen Mächten erschaffen und wird immer am schönsten sein und nicht kopierbar.Dann erreichen wir Marrakech. Was für eine Stadt.Da pulsiert wieder das Leben und Neu neben Alt .Große Audis Q7 und Porsche fahren an dem Platz vorbei auf dem die Hirten die aus dem ganzen Land angereist sind ihre Hammel zu Kauf anbieten.Ein Gewussel aus Menschen und Fahrzeugen aller Art.Werner hat alle Hände voll zu tun und muss höllisch aufpassen nicht einen Mopedfahrer der frech wie alle hier einfach mal rechts überholt aufs Korn zu nehmen..Regeln gibt es - macht aber keiner .Wir sind froh als wir endlich unseren Campingplatz etwas außerhalb von Marrakesch erreichen.Und morgen gehts mit dem Taxi in die Innenstadt und unser Brummi hat Pause.


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Dienstag, 23.10.2012
Wir haben uns auf 10 Uhr ein Taxi bestellt. In die Stadt sind es ca.14 km.Mit uns fahren noch drei Spanier mit .Wie immer ist es eng im Sammeltaxi- aber dafür günstig.30 Dirham für uns Beide -das sind nicht ganz 3 Euro .Es ist jetzt schon sehr warm , 26 Grad , das wird unser heißester Tag bis her werden.Wir befinden uns jetzt ja vor den Bergen.Als wir in der Stadt aussteigen wird man fast erschlagen von dem unwahrscheinlichen Lärm und man sieht den blauen Auspuffdunst der Fahrzeuge als Dunsthaube in einem Meter Höhe schweben.Schnell die Hände vor den Mund gehalten bevor uns ein Hustenanfall schüttelt.Wir richten uns nach dem Wahrzeichen der Stadt-die Kutubiya-Moschee -deren Turm mit den drei goldenen Kugeln weit sichtbar ist.Vorbei an den Pferdekutschen und den roten dem Westen nachempfundenen Touristenbusse gelangen wir schnell auf den Hauptplatz Marrakesch - dem Platz der Geköpften.Hier war 2011 der Bombenanschlag mit vielen Toten und Verletzten.Jetzt am Morgen ist es nicht so voll auf dem Platz aber die Geräuschkulisse ist schon mächtig.Schlangenbeschwörer, Wasserträger,Frauen mit Hennapulver,Affenvorführer und Stände aller Art.Natürlich bleiben wir bei den Schlangen stehen-das ist eine der Hauptattraktionen und für ein paar Dirham darf man dann Bilder machen soviel man möchte.Es ist schon mächtig heiß und wir beschließen erst einmal auf eine Dachterrasse zu sitzen und bei einem Espresso die Aussicht zu geniessen.Danach machen wir uns auf in die Medina.Es ist hier nicht so eng wie in Fes ,die Gassen sind breiter und nicht so voll.Wir kommen an allen möglichen Lädchen vorbei und sehen viel Türen die zu den Riads führen.Wellnesstempel in schönen Stadthäusern mit Innenhof und vielen Verwöhnangeboten.Als wir wieder auf einen freien Platz kommen sticht die Sonne ohne Erbarmen auf uns nieder.Solche Temperaturen sind wir in diesem Jahr noch nicht gewohnt gewesen.Obwohl wir gut eingecremt sind brennt die Haut und wir bekommen Kopfschmerzen-zu viel ungewohntes-Lärm , Hitze , Gerüche ( vor allem die nicht so Guten ! Daher beschlossen wir zum Campingplatz zurück zu gehen bzw.mit dem Taxi zu fahren.Aber es dauert noch eine ganz Weile bis wir ein Taxi finden das uns zu einem " normalen " Preis nach hause bringen möchte.Wir sind froh als wir wieder aussteigen können und machen sofort die Klimaanlage im Fahrzeug an damit wir etwas abkühlen.Bald geht es wieder besser.Es ist so warm hier das man noch im Schatten in Badekleidung stöhnt.Auf dem Platz sind in der Zwischenzeit zwei Paare angekommen die wir schon einmal getroffen hatte.Stefan und Marion aus München-die haben wir in Fes kennen gelernt und das Paar aus Schorndorf mit dem wir die Ksabahführung gemacht haben.Es wird ein schöner interessanter und lustiger Abend.Die beiden Paar sind schon sehr viel gereist und haben viel zu erzählen.Von Pakistan, Indien dem Iran und noch ein paar Länder die nicht auf unserer Reiseliste stehen.Spät geht es dann ins Bett.Da wir uns erst einmal an diese Temperaturen gewöhnen müssen beschließen wir morgen einen faulen Tag einzulegen.Ausschlafen und faulenzen am Pool.

Mittwoch, 24.10.2012
Ausgeschlafen und klar Schiff gemacht.Danach haben wir uns in den Schatten gelegt.Am Nachmittag ist Heike gekommen die gestern Abend mit Didi zusammen bei uns gesessen ist und hat uns gefragt ob wir Lust hätten am Abend mit nach Marrakesch zu gehen da man den Platz der Gehängten unbedingt bei Nacht erleben müßte.Wir hatten schon daran gedacht konnten uns aber einfach nicht aufraffen.Aber mit Heike und Didi zusammen würde es bestimmt schön werden.Erstens weil sich die beiden hier auskennen da sie schon öfters hier waren und zweitens weil die Beiden schon so viel erlebt haben und in Ländern waren wo wir wahrscheinlich nicht noch hinkommen werden und drittens weil sie uns super sympathisch sind.Wir machen unseren Treff für 16³° Uhr aus und bestellen ein Taxi.Jetzt weht ein laues Lüftchen und es ist nicht mehr so heiß.In der Stadt angekommen ist der Platz um diese Zeit schon sehr belebt.Wir wollen erst noch einmal durch die Medina bummeln und dann in ein gutes und schönes Restaurant zum Essen gehen das unsere Begleiter kennen und empfehlen können.Die kleinen Geschäfte sind meistens sehr ansprechend eingerichtet und die Aufdringlichkeit der Verkäufer hält sich in Grenzen.Alles sehr angenehm.Ein paar mal treten wir in Verhandlungen - machmal erfolgreich machmal eben nicht .Aber wir finden wieder ein paar Dinge die uns gefallen.Durch die Beleuchtung sieht alles einfach viel orientalischer aus .Es riecht nach Gebratenem,Popcorn oder Blütenessenzen.Die Mopeds und Fahrräder drängeln durch die Menschenmenge obwohl es überall verboten ist -was solls!
Am großen Platz wird gerade das Kaffee wieder aufgebaut das durch die Bombe im letzten Jahr  zerstört wurde.Susi kauft leckere Nüsse -gemischt und lose vom Händler. Überall Bettler oder Frauen die mit ihren Kindern auf dem Boden sitzen und Kleinigkeiten anbieten.Die Geschäfte schließen so nach und nach und Heike und Didi führen uns durch das Gewirr der Gassen zu einem wirklich schönen Restaurant.Von außen fällt es kaum auf- in einer Seitengasse mit kleinem Eingang.Innen ist es wirklich sehr schön ,man hört arabische Musik und alles ist schön dekoriert.Wir bestellen Tajine . Das essen war sehr lecker und der Aufenthalt angenehm.Bevor wir wieder zum Taxi gehen laufen wir wieder über den großen Platz.Eine unglaubliche Vielfalt an Gerüchen die von den Imbissständen kommen oder der Duft der Räucherware ,die Geschichten der Märchenerzähler,die Laute Musik oder die Menschen die durcheinander laufen und überall Stimmengewirr.Ja , stimmt -das muß man einmal bei Dunkelheit erlebt haben und dazu noch bei milden Temperaturen.Und dieses Spektakel gibt es jeden Abend !
Mit dem Taxi geht es flott zum Campingplatz und wir sitzen noch zusammen vor dem Wohnmobil bei einem kühlen Bier.Leider fahren die Beiden morgen nach hause aber da wir uns ja zum zweiten mal begegnet sind gibt es vielleicht ja auch ein Wiedersehen -irgendwann-es war auf jeden Fall sehr schön und interessant die Beiden kennen gelernt zu haben.Und es war ein toller Abend in Marrakesch -einer Perle im Orient !

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Donnerstag , 25.10.2012
Die Wasserfälle von Ouzoud sind die Höchsten Marokkos.Weil wir da hin wollen müssen wir wieder nach oben Richtung Norden fahren.Aber vorher gehen wir noch einkaufen bei " Metro"-das ist der gleiche Großmarkt wir bei uns -aber es darf jeder da einkaufen.Wir müssen etwas Vorrat anlegen da ja ein paar Tage alles geschlossen ist.Beim verlassen des Marktes sehen wir ein großen weißes Zelt wie bei einem Sonderverkauf-und so ist es auch -aber ein Restverkauf von Hammeln und Ziegen.Im Zelt sind ein paar Zäune aufgebaut und wie bei uns beim Weihnachtsbaumverkauf stehen die Tier sortiert in den Pferchen.Es ist schon etwas seltsam -da der Großmarkt wie im " Westen " und daneben Tierhandel wie vor 100 Jahren.Aber so ist eben die Tradititon.Wir suchen den Weg nach Ouzoud .Die Straße ist gespickt von " kleinen " Fallen , Schlaglöcher und Bodenwellen.Und die Fahrt ist auch richtig anstrengend.Heute ist der Tag für die "Letzte Minute-Käufer ".Überall werden die Festtagsbraten transportiert -auch auf völlig außergewöhnliche Art.Wir sehen die Wolltierchen in den Seitentaschen der Esel , in Schubkarren ,auf dem Schoß der Mopedfahrer,zusammen mit Fahrgästen auf Pritschen oder auf Händen getragen.Überall in den Ortschaften wuseln die Menschen umher und besorgen noch Obst ,Gemüse und anderes Zeugs was fürs Fest benötigt wird.Man merkt schon das etwas Besonderes ansteht.Wir wollen auch nur bis zu unserem Campingplatz fahren und dann noch einen gemütlichen Nachmittag einlegen.Der kleine Campingplatz " Zebra " ist sehr schön angelegt von einem holländischen Ehepaar und wir werden von den Haus und Hofhunden begrüßt.Wir sind jetzt wieder in den Bergen daher ist das Wetter etwas wechselhaft und da es leicht anfängt zu nieseln machen wir wieder mal ein Mittagsschläfchen.Mal sehen wie uns morgen die Wasserfälle gefallen

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Freitag .25.10.2012
Da heute endlich das lang ersehnte Fest ist können wir ungestört zu den Wasserfällen laufen.An der Straße entlang und durchs Dorf sehen wir kaum Leute und Kinder gar keine.Es sind nur 2 Kilometer und das Laufen macht Spaß.So langsam hört man das Rauschen und wir erreichen den Eingang zu den Wasserfällen.Ein Hund beschnüffelt uns sehr ausgiebig und beschließt ein Stück mit uns zu laufen.Wir befinden uns oben an der Klippe.Da ist Vorsicht geboten da es keine Absperrungen gibt und die Kanten nicht gesichert sind.Entlang der Böschung bieten sich uns immer wieder sensationelle Aussichten - in die Schlucht und auch auf die Wasserfälle die mit Getöse in die Tiefe stürzen.Es sind kaum Menschen unterwegs und alle Geschäfte und Cafés haben geschlossen.Da haben wir einen super Tag ausgesucht -wir können überall in Ruhe stehen bleiben und das fantastische Panorama genießen.Die Sonne scheint und warm ins Gesicht.Dann spricht uns ein Guide an und möchte uns gerne auf unserem Weg begleiten-natürlich gegen einen gerechten Lohn.Wir hätten sicher auch alleine weiter laufen können und uns die Dirham sparen können .Aber nette Kerl beginnt sofort zu erzählen ,von der Gegend hier und von den Pflanzen und den Affen .Also nehmen wir ihn als Führer.Und es wird wirklich eine interessante Sache .Er zeigt uns wunderschöne wo die Affen schlafen , Feigenbäume und Kakaobäume und erzählt uns über die Pflanzen.Es liegen noch ab und zu Kakaoschoten auf dem Weg -Susi nimmt ein paar als Anschauungsmaterial mit was unseren Begleiter amüsiert.Er zeigt uns gute Stellen zum Fotografieren.Es ist niemand unterwegs .Vorbei an den leeren Hütten der Restaurants geht es ganz nach unten wo das Wasser in einen See eintaucht.Nicht sehr vertrauenerweckende
 " Ausflugsboote " sind am Ufer fest gemacht .Wir lehnen eine kleine Fahrt unter die Wasserfälle ab .Aber die Brücke die über das Wasser führt sieht auch nicht gerade aus als würde sie zwei Urlauber gleichzeitig tragen -deshalb gehen wir lieber einzeln hinüber-das notfalls ein Sturz in die Fluten auf Bildmaterial fest gehalten werden kann.Und dann geht es wieder nach oben -über viele ,viele Stufen die keiner Norm entsprechen.Einfach in den Fels eingelegt wie es gerade passt -da kommt schon mal der eine oder andere Fehltritt vor.Plötzlich ist die Affenbande da.Schnell werden wir eingekreist und ab gecheckt ob wir Futter dabei haben.Sie sehen schon "gefährlich " aus wenn sie uns mit ihren kleinen Kopfaugen fixieren und die Augenbrauen fragend nach oben ziehen.Als sie nichts bekommen wird unser Begleiter etwas an den Haaren gezogen und er bekommt den Nackenspringer fast nicht mehr los.Schnell weiter ! Ein kurzes Stück später zieht uns der Affenbändiger schnell auf die Seite und zeigt uns eine kleine -aber äußerst gefährliche kleine Schlange die sich unter einem Baum hindurch schlängelt.Und wir lernen -ihr Biss ist tödlich -es kommt in kurzer Zeit zum Herzstillstand.Es soll sich um eine schwarze Mamba handeln .Ohne noch einmal anzuhalten laufen wir bis nach oben.Das war ein sehr schöner und interessanter Nachmittag und es hat sich für uns gelohnt einen Guide zu nehmen.Wir werden uns handelseinig und es gibt für ihn noch Kugelschreiber und für seine Kinder Farbstifte.Fröhlich verabschiedet er uns -und wieder einmal -INSCHALLAH -so Gott will -sehen wir uns wieder .

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Samstag.27.10.2012
Es hat heute Nacht geregnet und der Himmel ist wolkenverhangen als wir aufstehen.Daher wollen wir heute mal ein paar Kilometer machen -bis Agadir sind es gut 400 km.Heute ist ja immer noch fast alles geschlossen wegen den Festlichkeiten und LKW sind keine unterwegs ,da müssten wir zügig voran kommen.Wir haben kaum die Türe geöffnet sitzt das Hundemädchen schon freudig mit dem Schwanz wedelnd vor der Türe und möchte mit uns frühstücken.Sie sieht so richtig niedlich aus , ihre Ohren sind groß und spitz und sie erinnert uns stark an Golom aus Herr der Ringe.Aber heute gibt es keine Wurst und so sucht sie die nächsten Camper auf.Rucki -zucki sind wir mit allem fertig und fahren los.Und wirklich -die Straßen sind fast leer.In Marrakesch müssen wir durch die Stadt und es schüttelt uns als wir sehen das hier die Lammfelle der Festhammel eingesammelt werden wie bei uns die alten Weihnachtsbäume.Stapelweise liegen die blutverschmierten Häute am Straßenrand und viele Eselskarren sind auf der Pritsche hoch beladen mit der Beute und daneben sitzen Kinder.Ufff- diesen Anblick muss man erst einmal verkraften und wir verzichten auf Fotos -das muss man niemanden gezeigt haben.Es gibt eben immer wieder Situationen hier denen wir noch nicht ganz gewachsen sind .Die neue Autobahn nach Agadir ist fertig gestellt und wir wollen heute einfach mal gemütlich ohne viel Aufpassen durch die Landschaft düsen.Fast freie Bahn -nur das die Marokkaner -meistens sind es Hirten-keine Autobahn kennen.Obwohl links und rechst alles durch Zäune abgetrennt ist laufen alle mögliche Menschen am Randstreifen oder fahren mit ihren Mofas.Auf der anderen Fahrbahn hat sich ein junger Mann  mit seiner Liebsten auf dem Sitz schwer in Zeugs gelegt und  schleicht Richtung Gegenverkehr auf einem Gefährt das schon beim Husten seine Schrauben verliert .Ein paar Zieglein haben auch den Weg über oder durch den Zaun gefunden und wollen nach sehen ob das Gras auf dem Mittelstreifen besser schmeckt.Aber da die Straßen frei und ziemlich gerade sind können wir etwaige Gefahrenstellen schon von weitem aus machen.Bilder zu machen lohnt sich nicht da sich das Landschaftsbild nicht sehr verändert .Immer rotbraune Erde mit ein paar Büschen und ab und zu eine Schafsherde.So kommen wir sehr gechillt in Agadir an und auch hier ist kaum Verkehr.Auch hier gibt es einen Metromarkt und wir kaufen kurz ein paar Dinge ein.Dann geht es wieder aus der Stadt Richtung Berge zu unser Campingplatz.Wir kommen durch eine Wohnsiedlung und stehen plötzlich in eine großen Herde Dromedare.Langsam fahren wir an diesen niedlichen aber äußerst großen Tieren vorbei.Wenn uns da ein Hufschlag trifft haben wir mit Sicherheit ein Zusatzfenster in der Aussenwand.Kaum sind die Trampeltiere aus dem Weg werden wir von verkleideten Männern erschreckt die plötzlich überall auftauchen.Die sehen aus wie die Monster in der Raunacht in Bayern.Das muß sich um einen alten Brauch handeln.Sobald wir wieder Internet haben werden wir das mal googeln.Es ist nicht mehr weit und wir sind angekommen.Ein wirklich schöner Platz,liebvoll angelegt und gepflegt von einem französischen Paar.Es ist ziemlich voll, das ist ein Treffpunkt für Traveler.Und sofort treffen wir wieder Bekannte.Zwei junge Paare aus Österreich,die zehn Monate auf Reisen sein werden durch ganz Afrika, mit einem Jeep und einem Selbstausbau auf einem Mercedes.Sofort haben wir wieder Gesprächsstoff über die Erlebnisse und Fahrstrecken der letzten Tage.Das ist einfach das Schöne am Reisen ,das man immer mit Gleichinteressierten zusammen kommt und alle mitreden können und das Alter überhaupt keine Rolle spielt.

Sonntag , 28.10.2012
Heute gibt es nicht viel zu berichten.Das Wetter war nicht so besonders und wir waren auch etwas müde.Deshalb sind wir in der schönen Anlage geblieben und haben am Pool gedöst und gelesen.Da sich die Wolken enger zusammen zogen und auch der Wind etwas kühl wurde haben wir uns ins Womo verzogen und was soll ich sagen : ein Schläfchen gemacht !!!
Abends haben wir gut ausgeruht lecker gekocht und einen Fernsehabend eingelegt.
Leider hatten wir die letzten Tage kein Internet und konnten nichts einstellen.

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Montag , 29.10.2012
Es hat heute Nacht geregnet und heute morgen gerade so weiter gemacht -aber es ist nicht kalt.Als wir die Rollos öffnen bietet sich uns ein schönes Bild -zwei süße Eselchen stehen direkt vor uns und zeigen auch keine Scheu.Wir beschließen weiter zu fahren.Alles fertig gemacht und ab ging es nach Agadir.In die Berge ist uns bei Regen zu gefährlich.Schon bei der Einfahrtstraße nach Agadir zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen dem neuen und dem alten Markko.Agadir wurde 1960 von einem Erdbeben völlig zerstört und später entstand eine neue Stadt.Darum findet man hier keine alte Medina oder prachtvolle alte Gemäuer.Die Stadt ist so westlich wie bei uns Hamburg oder Berlin.Breite Straßen ,riesige Hotelanlagen,Casinos und unzählige Touristenburgen.Die Menschen sind freizügig und nicht traditionell gekleidet ,die Teenager sehen so aus wie bei uns.Es gibt hier ein paar sehr große Campingplätze weil hier das Überwinterungsmekka für Rentner aus Deutschland ,Frankreich und anderen Ländern ist.Selbst in den Reiseführern steht -hier geht es um Kaffee mit Kuchen , Bier und Sonne und das für wenig Geld.Hier gibt es ein Nachtleben mit Nachtbars und Prostitution.Wir sind sehr froh das wir bis jetzt das "wahre -echte -traditionelle Marokko " kennen gelernt haben bevor wir hier her gekommen sind.Wer nur in Agadir war und sonst nichts von diesem Wunderland gesehen hat -der war nie wirklich in Marokko -sondern nur in einer Hochburg der Tourismus und hätte genau so gut in Mallorca oder Malaga ein paar austauschbare Tage haben können.Das ist nicht böse gemeint sondern in vielen Ländern so -man beurteilt das Land nach einem Kriterium das nicht im Geringsten der Realität entspricht.Leute -wenn ihr das echte Marokko kennen lernen möchtet -dann reist durch das Land -in alle Himmelsrichtungen -und in alle Regionen.Ein Besuch in Frankfurt in Deutschland zeigt auch nicht die Vielfalt unserer Heimat.
Agadir -Die Stadt ist modern ,weltoffen und bietet viel Abwechslung und Unterhaltung -und wir werden auch noch eine Erkundungstour durch diese Metropole machen und bestimmt auch Spaß haben und uns es gut gehen lassen.Aber dann zieht es uns wieder weiter zu den Menschen die ihre Ursprünglichkeit noch nicht verloren haben und zu den einzigartigen Landschaften die uns den Atem rauben.Es ist schön und auch wichtig das ein Land keinen Stillstand hat und mit der Entwicklung weltweit schritt hält um nicht den Anschluss zu verlieren.Aber genau so wichtig -wenn nicht sogar wichtiger -sind die Traditionen und die Liebe zum eigenen Land .Wie langweilig wäre Deutschland ohne seine vielen " Völker ".Ohne Schwaben ,Bayern, Sachsen und all die anderen schönen Regionen mit all ihren Bräuchen ,Festen und Dialekten.Und wie schade wäre es wenn nicht alle darauf stolz wären von wo sie abstammen.Und wir alle freuen uns wenn unser schönes Heimatland von vielen Gästen bereist wird.Und genau das sollte man in Marokko auch tun -den Menschen die hier leben die Möglichkeit geben uns zu zeigen wie schön und vielschichtig ihr Land und die Bewohner sind.Friede sei mit euch und mit allen Völkern der Erde !!

Dienstag , 30.10.2012

Dienstag , 30.10.2012

Es regnet ohne Unterlass in Agadir und es soll noch zwei Tage so weiter gehen.Wir waren trotzdem in der Stadt unterwegs denn kalt ist es ja nicht -20 Grad.Heute haben wir einmal des Gebäck der Marokkaner in einem schönen Kaffee getestet.Aber irgend wie schmeckt alles gleich -viel mit Marzipan und alles sehr trocken.Wenn wir dann an unsere Weihnachtleckerlis denken läuft uns das Wasser im Munde zusammen !!Die Stadt war fast wie leer gefegt -aber unsere netten Nachbarn auf dem Campingplatz, ein sehr nettes älteres Paar-er Deutscher ,Sie Italienerin -die Beiden überwintern hier schon viele Jahre und kommen seit 1984 nach Marokko,haben uns erzählt -die Rentnerkarawane aus Deutschland und Frankreich hat sich schon in Bewegung gesetzt und spätestens in zwei Wochen fällt die Meute hier ein und hier werden alle Plätze belegt sein bis zum April 2013! Überhaupt wissen die Beiden sehr viele schöne und lustige Geschichten zu erzählen und freuen sich wenn wir herzhaft lachen.Auch heute wurden Susi wieder -wie schon öfters hier -arabische Wurzeln angedichtet-da müssen wir daheim einmal gründlich recherchieren welcher der Vorfahren da in irgend einem Jahrhundert ein Techtelmechtel mit einem arabischen Scheich hatte.So eine kleine Urlaubsdomizil hier in einer netten Oase wäre ja auch nicht schlecht !

Auch hier wo es so viele Touristen gibt sind die Menschen trotzdem noch nicht ganz abgestumpft,man kann sich mit den Ladenbesitzern wirklich nett und lustig unterhalten und dabei handeln wie auf einem Souk auf dem Lande.Natürlich sind schon die Anfangspreise höher als in den Ortschaften aber ganz unerfahren sind wir jetzt ja nicht mehr.Und wenn es am Ende noch einen Tee gibt war das Geschäft für beide Seiten erfolgreich.Morgen früh packen wir unser 7 Sachen und fahren solange bis wieder die Sonne scheint -das wir dann wahrscheinlich erst in der Steinwüste wieder der Fall sein !

 



Heute gibt es nur eine Minigalerie !!!
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Mittwoch , 31.10.2012

Wolkenbruch über Agadir !!

Heute Nacht war hier die Hölle los.Ein gewaltiger Wolkenbruch ist über Agadir und Umgebung nieder gegangen.Unser Wohnmobil wiegt 6 ,5 Tonnen und wurde vom Wind gebeutelt wie ein Spielzeug.Unglaubliche Wassermassen sind auf uns herunter eingeprasselt so das man manchmal meinen könnte das Womodach gibt jetzt gleich nach.Es hat gepfiffen und geheult und schüttelt und gerüttelt und man konnte meinen das hört nie mehr auf.Wir haben kaum geschlafen und am Morgen ging es gleich hektisch auf dem Campingplatz los .Der Boden war völlig aufgeweicht und da es sich hier hauptsächlich um Lehmboden und Sand handelt war nirgends mehr ein fester Untergrund und drei Neuzugänge die froh waren auf den Platz zu kommen blieben nacheinander im Morast stecken.Da ging nichts mehr.Der Regen hat sich zwar abgeschwächt aber nicht aufgehört.Fast alle Platzgäste waren unterwegs um den in Notgeratenen zu helfen.Manche mit Verstand und Muskelkraft und manche mit verschränkten Armen und klugen Sprüchen.Wir standen mit viel Glück auf einem Platz der an geteerte Fläche anstieß so das wir gut weg fahren konnten.Nichts wie weg hier -es soll noch drei Tage weiter regnen.Wir wollen Richtung Wüste fahren bis das Wetter besser wird.Außerhalb des Campingplatzes sieht es wüst aus -überall sind Straßen mit der braunen Lehmbrühe überzogen - überall steht hoch das Wasser.Aber nirgends ist Panik zu bemerken.Die Menschen hier nehmen das sehr gelassen , sie kennen es ja nicht anders.Da sitzen sie eben unter Vordächer oder Bäume mit großen Kronen wo es einigermaßen trocken ist.Aber für uns ist das schon unangehnem.Wir gehen einkaufen in einem neuen Marjane -ein großes Einkaufzentrum im Stil amerikanischer Malls , mit vielen kleinen Markengeschäften wie Lacoste , Nike , Triumph oder Swatch.

Und der eigentliche Markt bietet alles was das Herz begehrt.Es gibt auch viele bekannte Artikel aber auch typische marokkanische Waren.Wenn man hier einkauft würde man nicht glauben das es in Marokko so viele arme Menschen gibt.Die Leute hier sind sehr gut gekleidet -die Einkaufwägen randvoll gefüllt und fast jeder ja ein i phone am Ohr.Auf dem Parkplatz stehen alle Automarken -viele große und auch teuere Wagen.Wir haben auch für die nächsten zwei Wochen einige Vorräte eingeladen den in Richtung Tan -Tan gibt es keine großen Märkte mehr.Frischware bekommen wir auf den Gemüse Souks.Um so weiter wir von Agadir weg kommen um so trockener wird es und die Landschaft verändert sich von mit Büschen bewachsenen Flächen zu kargen Steinwüsten.Wir sehen auch wieder Nomadenzelte aber viel zu weit weg zum Anhalten.Wir kommen nach Tiznit und sind überrascht über die schöne Einfahrtallee mit schön geschnittenen Bäumen ,Palmen und Blumenbeete.Die Stadt ist bekannt für ihre Silberschmieden und ist von einer intakten Stadtmauer eingerahmt.Der Campingplatz ist einer der wenigen 3 * Plätze in Marokko und liegt sehr schön am Meer.Es weht ein scharfer warmer Wind und wir hören die Brandung von unserem Platz .Schnell waschen wir noch eine Maschine Wäsche -bei dem Lüftchen ist die morgen früh trocken .Endlich kein Regen mehr und wenn es morgen schön ist -was der Sternenhimmel verspricht -dann wollen wir nach Tiznit -da ist Donnerstags Markttag.



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Donnerstag , 1.11.2012

Das Wohnmobil hat eine Großreinigung nötig -Betten raus zum lüften-Teppiche raus zum Ausbürsten und dann innen Ramba -Zamba . Nach 2 1/2 Stunden alles wieder oki doki !!

Unser Stellplatz ist wirklich perfekt , man kann direkt auf Meer blicken.Das Meer ist sehr unruhig.Es kommen sehr große Wellen und die Gischt spült auf den Strand -aber schön !!!

Mit dem Wäsche waschen wird es heute wohl nichts -die ganze Stadt ist ohne Strom.Also machen wir uns auf in die Stadt Tiznit-15 Km nordwärts.Direkt vor dem Campingplatz fahren die Sammeltaxis vorbei -wir müssen nicht lange warten und ein schnaubendes -klapperndes von Schmutz zusammen gehaltenes " Taxi" fährt an den Randstein.Die Tür geht auf -es ist ein "Großraumtaxi ".Ganz hinten sitzen 3 Personen , davor auch 3 Männer und ganz vorne mit dem Fahrer zusammen auch 2 Personen.Wir denken da stiegt jemand aus -aber nein ! Der Mann auf dem Beifahrersitz quetscht sich in der hinteren Bank noch mit reine-Gott Lob sind die meisten Marokkaner schlank -mehr als ein Kali Kalmund würde da nicht rein passen.Der Fahrer winkt uns ,wir sollen schnell einsteigen -Zeit ist Geld !Susi sitzt fast auf dem Schaltknüppel und der Lenker muss immer an ihrem Oberschenkel vorbei streifen beim Schalten.Die Fenster lassen sich nicht öffnen -keine Kurbeln mehr vorhanden-und in der Büchse stinkt es wie auf dem Kamelmarkt!

Da heißt es durch halten und nicht so tief einatmen.Wir rumpeln nach Tiznit bis zu Taxiplatz.Endlich aussteigen !- ABER !!! erfreulich ist 1.) die Karre ist nicht auseinander vollgebröselt -2.) wir sind heil angekommen und 3.) die Fahrt kostet für uns zwei zusammen nur 12 Dirham -1,20 Euro.

Die Reibung und die Duftprobe waren kostenlos.Ok -auf zum Silbersouk.Aber kaum haben wir die Stadttore durchschritten werden wir auch schon angefallen. Die Schlepper die uns zu bestimmten Geschäften lotsen wollen haben in Honig gebadet -nicht weil sie so süß oder lecker sind -nein ,weil sie an einem kleben wie Kletten oder Blutegel -die bekommt man nur mit Härte wieder los.Die Stadt ist aufgeteilt in verschiedene Souks:Kleidung,Lebensmittel,Haushaltswaren und Schmuck.Die Auslagen sind voll mit Schmuckstücken-aber viele haben das Gleiche und es ist nicht sicher das es 925 Silber ist -es gibt auch Berbersilber , mit einem Anteil an Nickel und das vertragen wir beide nicht -deshalb bleibt es beim Schauen.Zwei Jungs verfolgen uns schon eine Weile-aus den Augenwinkel beobachtet Susi wie sie flüstern und grinsen.Plötzlich nehmen sie ihren Mut zusammen und holen auf bis sie auf unserer Höhe sind." Hello Madame ! Wie geht ?? "

"Woher kommen ?" Caramel oder Stylo ? "-Wir bleiben stehen und antworten den Beiden und wir sagen "was bekommen wir den von euch für die Bonbons und Stifte ?"Die beiden Schlingel grinsen und zucken die Schultern.Wir schlagen vor "für ein schönes Foto von euch bekommt ihr etwas von uns."Sie nicken und werfen sich augenblicklich in Pose.Und die Bürschelchen sind echte Paradebeispiele für marokkanische kleine Schlawiner.Das Foto wird schön und wir müßen lachen.

Als "Lohn " gibt es Bonbons,Luftballons und einen Farbstift .Entspannt laufen wir zurück zum Taxistand.Dieses mal dauert es etwas ,den die Überlandtaxi fahren erst wenn das Auto voll ist -allso 6 Fahrgäste eingestiegen sind.Diesmal ist es sehr eng ,wie sitzen hinten ,aber leider sind die marokkanischen Frauen nicht solche Leichtgewichte wie ihre Männer und die verhüllte Uschi neben Susi will einfach nicht rücken .Aber da hat sie nicht mit Susis Hüften gerechnet -die sind gut gepolstert und verschaffen sich schon Platz wenn es sein muß.Da nütze ihr auch ihr arabisches Gebrappel nichts .Unser Fahre ist vom wilden Affen gebissen ,es wird schon dunkel und der jagt über den Highway als wollte er aufs Podest und zwei Vollbremsungen beweisen mit lauten Gequitsche -JA -die Bremsen sind noch da !

Wir sind heilfroh und danken Allah als wir gut durchgeschüttelt am Platz aussteigen können.

Aber das muss man sagen -für 1,20 Euro hätten wir eine solche Fahrt im Europapark nicht bekommen!

 



Freitag , 2.120.2012

Heute morgen haben wir unsere Sachen gepackt und sind weiter gefahren.Wir wollen nach Sidi Ifni.

Das liegt auch am Atlantik -aber ca.70 km weiter .Dort gibt es einen Stellplatz direkt am Meer und die Temperaturen sind auch etwas höher als an unserem jetzigen Platz.Wir fahren an der Küste entlang.Die Gegend hier ist dünn besiedelt -wir sehen auch keine Kinder mehr am Straßenrand und auch nur wenige Ziegenhirten.Kilometer lang kommt uns kein Auto entgegen.Die Sonne scheint warm durch die Scheibe und wir fahren ganz relaxt und entspannt.Da wir uns hier über Flachland begeben sehen wir schon von weiten etwas an der Straße stehen.Beim Näher kommen erkennen wir einen jungen Mann neben seinem anscheinend defekten Mofa.Kurz überlegen wir ob das eine Falle sein könnte.Wir wurden schon gewarnt das dieser Trick ab und zu angewendet wird.Jemand gibt eine Panne vor und bitte um Hilfe ,man soll ihn mitnehmen zum nächsten Ort -und da wohnt der Mitfahrer zufälligerweise bei jemanden der einen Laden besitzt .zB.Teppiche ,Schmuck oder andere Dinge.Aber hier scheint es uns anderes zu sein da es in dieser Gegend kaum Läden und wenn dann nur kleine gibt.Also halten wir an .Der Junge freut sich offensichtlich und kommt angelaufen.Sein Fahrzeug hat platt.Und wie schon erwähnt ist diese Gegen nicht sehr bewohnt.Da hat er Glück das wir vorbei kommen und Werner auch sofort den Pannendienst übernimmt.Mit seinem kleinen Kompressor ist schnell wieder Luft im Reifen.Wie lang das hält wissen wir natürlich auch nicht .Susi wollte gerne ein Foto von Ihm machen aber das war ihm offensichtlich peinlich und das respektieren wir natürlich ,daher eben ein paar heimlich Schnappschüsse ohne Gesicht .

Er hat sich immer wieder bedankt und uns eine gute Weiterreise gewunschen.Als wir dann gesehen haben das das Vehikel endlich nach ein paar Metern schieben angesprungen ist sind wir dann auch weiter gefahren.Aber in der ganzen Zeit ist keine Auto vorbei kommen.Da hätte er wohl noch einen längeren Fußweg vor sich gehabt.Die Strecke gibt immer wieder atemberaubende Blicke auf einsame Meeresbuchten frei.Aber mit unserem Fahrzeug haben wir keine Möglichkeit dort hin zu kommen.Wir rauschen an Mirteft vorbei das in den 60 Jahren für viele Hippies, Aussteiger und Kiffer das Mekka war -fast wie ein Wallfahrtsort.Heute ist es wohl etwas ruhiger dort .10 Kilometer vor Sidi Ifni geht eine steile Piste ans Meer hinunter - zum Plage Leghzira.Dort findet man nach einem Fußmarsch am Strand entlang die drei bekannten roten Felsentore.Naturwunder mit mystischer Ausstrahlung.Das wollten wir uns sehr gerne ansehen-aber wie schon gesagt - no way -für uns .Das müssen wir aufschieben bis wir wieder mit einem geländetauglichen Fahrzeug hier her kommen.Schade -aber was nicht geht -lassen wir lieber.

Also rein nach Sidi Ifni.Der Campingplatz ist schnell gefunden -fast leer -schön am Strand -nicht besonders komfortabel -aber wir brauchen ja nichts -wir haben ja alles selber -

Toilette , Dusche usw.

Wir halten neben einem Paar aus Hannover das mit einem uralt Mercedes unterwegs ist .Auf der anderen Seite steht nur ein alter Polo und ein zwei Mann Igluzelt mit Planen darüber .Daher sind wir erstaunt als gegen später eine junge Familie kommt denen anscheinend dieses Lager gehört.Sie freuen sich als sie sehen das wir Deutsche sind -sie kommen aus Österreich -genauer aus Wien.Also Respekt -mit zwei so kleinen Mädchen so viele Kilometer und dann nur mit so wenig Gepäck -nach Afrika zu reisen.Das war uns 1986 zu riskant -da hatten wir zuviel Angst das unseren Kindern etwas passieren könnte und wir uns nicht verständigen können .Spanien war da doch kein so großes Risiko.Die Familie ist sehr nett und wir wir dann auch mitbekommen sind beide Kinder gehörlos.Als wir bemerken das die beiden Mädis zu streiten anfangen sucht Susi ein paar Sachen aus unseren Geschekeboxen.Malbücher und Bilderbücher , fragt ob sie den diese Sachen schenken dürfte.Alle freuen sich sehr und die Kleinen fangen sofort an zu malen nicht ohne sich vorher richtig lieb bei uns bedankt zu haben.Merle und Lou -hübsche Namen !

Hier gefällt es uns gut -hier wollen wir ein paar Tage bleiben und bei fast 30 Grad die Sonne genießen.Nach einem super schönen Sonnenuntergang lassen wir den Tag ausklingen und bei offenen Fenster schlafen wir mit Meeresrauschen ein .



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Samstag .3.11.2012

Wunderbar geschlafen und aufgewacht mit Blick aufs Meer.Was will man mehr.Frühstück im Freien und dann den ganzen Tag faul in der Sonne liegen und dösen -wunderbar!!

Leider haben wir kein Telefonnetz und wir wollen doch ganz dringend in Deutschland anrufen.Ein lieber Mensch hat heute Geburtstag und da wollen wir einfach persönlich gratulieren.Unser Platzwart nennt uns ein paar Stellen von wo es aus gehen könnte.Also traben wir los durch die Gemäuer und Straßen und testen immer wieder bis es plötzlich funktioniert.Wir erreichen das Geburtstagskind aber leider geht es nicht sehr lang ,es reicht gerade für ein paar Sätze und der Empfang ist wieder weg.Als wir es wieder versuchen erklärt uns die arabische Sprecherin das eine Verbindung nicht möglich ist .Schade -aber kann man nichts machen -aber wir haben unser Bestes gegeben.So ist das eben in Afrika -sagen Afrikaerfahrene -und ja so ist es dann auch eben.

Gegen Nachmittag machen wir uns nochmals auf den Weg und wollen jetzt etwas die kleine Stadt erkunden.Sidi ifni war bis 1969 noch in spanischer Hand und das merkt man auch noch .Vom Campingplatz aus geht es über viele Treppen den Hügel hinauf und man kommt in das spanische Viertel.Spuren findet man aus der spanischen Zeit auch noch auf den Straßenschildern.Dieses Örtchen hat nicht viel arabisches -höchstens den kleinen Souk -aber sonst wirkt es auch uns mit seinen Blau und weißen Häusern und Bemalungen doch eher wie ein kleines spanisches Domizl.Auf dem großen Platz vor dem Ortseingang ist heute Markt .Es haben aber schon viele Händler wieder eingepackt da es fast schon Abend ist.Wir schlendern durch Verkaufsauslagen-die Ware wird oft nur auf Tüchern auf dem Boden ausgebreitet -für Susi als " ehemaliger " Einzelhändler bei uns undenkbar -zu mal der Boden oft nur aus Erde besteht.Es gibt Elektrogeräte ,Große Tücher ,Socken ,Schuhe und allerlei Grimskram.Weiter oben sind noch die Gemüse und Obsthändler.Wir brauchen heute nichts und laufen wieder in die Stadt.Da es Samstag ist sitzen die Cafés voll mit Männer und es wird sehr laut Fußball geschaut.Ist doch schon komisch -egal wo auf der Welt -bei Fußball sind doch alle Männer gleich interessiert-das ist wohl der wichtigste Sport überhaupt!Da sind die Stühle aufgestellt im Café wie in einem Kino und alle sind voll bei der Sache -schön das bei uns zu hause die Frauen auch mit schauen dürfen!Beim Brotstand haben wir noch ein Baguette mit genommen und sind dann hinauf auf die Balustrade die oberhalb unseres Campingplatzes ganz über den Hügel verläuft.Der Ausblick von dort oben -über die gesamte Bucht ,den Strand und den Platz ist einfach herrlich und wir kommen gerade richtig zum nächsten Sonnenuntergang.Also davon können wir nie genug bekommen und auch nie die Gelegenheit ungenutzt lassen Bilder zu machen.Das ist jedes mal aufs Neue ein Geschenk des Tages wenn man das miterleben kann.Die Stimmung verzaubert die Menschen -alles stehen still und schauen zu wie die Sonne als Feuerball in Sekunden in das silbernen Meer taucht.Fast könnte man es zischen hören.Und irgendwie wird danach der Gang leichter die Atmung langsamer und die Hände greifen ineinander und man lächelt sich zu .Man braucht manchmal wirklich nicht viel um glücklich zu sein .Zurück auf dem Platz halten wir wieder ein Pläuschchen mit unseren Zeltbewohnern .Dann wird gekocht und nach dem Abwasch sitzen wir vor dem Womo.Die Balustrade ist jetzt über und über mit Menschen gepflastert die den milden Abend und den wunderbaren Himmel über Afrika genießen.Wenn wir nach oben blicken versprechen die unzähligen leuchtenden Sterne die sich in und um die Milchstraße tummeln wieder einen schönen sonnigen Tag -wie schon der Sonnenuntergang.Wir sitzen ganz still und sehen beide im gleichen Moment eine Sternschnuppe im Dunkeln der Nacht verglühen.Und wir wünschen uns beide etwas -ob es das Gleiche ist -wissen wir nicht -wir behalten es jeder für sich ,damit es in Erfüllung gehen kann.Aber es werden wohl ähnliche Wünsche sein ,den so viele haben wir nicht.Das Meiste was wir uns für unser Leben gewünscht hatten , haben wir ja in den vielen vergangen Jahren schon bekommen.Deshalb sind unsere Wünsche heute weniger aber nicht weniger wichtig als die die wir früher hatten.Man wird bescheidener und filtert die maßgeblichen Wünsche heraus.Und das sind meistens die -die man sich nicht selbst erfüllen kann - bei denen man darauf hoffen muss das es das Schicksal noch gut mit einem meint.Aber im Moment sind wir ( fast ) wunschlos glücklich .Und bei dem " fast "müssen wir eben auch auf das Schicksal vertrauen.

 



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Sonntag 4.11.2012

nichts Neues in Marokko und bei Voggs !

 

 

Montag , 5.11.2012

Da gibts nicht viel zu erzählen.

Ausschlafen ,lange in der Sonne frühstücken , Spaziergang am Strand , bisschen mit den Nachbarn quatschen , sonnen am Meer , Kaffee trinken , lesen , dösen, Abendessen , Bierchen trinken ,dreimal tief seufzen weil es uns so gut geht und dann schön mit Meeresrauschen ins Bettchen.

Mann , war das ein stressiger Tag !!

 

Dienstag ,6.11.2012

So ,heute wollen wir wieder mal etwas erleben sonst werden wir noch dösbadelig !!

Wir haben uns eine schöne Strecke ausgesucht die viel Neues verspricht.

Wir verabschieden uns und dann gehts los -Richtung Guelmim.

Wir fahren über Mesti da wir heute zwei besondere Ziele haben.Der erste Anlaufpunkt lässt sich schon sehr bald erraten.Immer mehr Kakteenfelder reihen sich links und rechts der Straße. Diese Katkeen werden Opuntien genannt .Sie tragen große Früchte die man Kaktusfeigen nennt.Hier in der Gegend haben sich zwei " Cooperative "gebildet.

Das sind kleine Genossenschaften die aus Frauen bestehen die sich mit der untergeordneten Rolle in Marokko nicht abfinden möchten .Diese Frauen wollen eine vernünftige Arbeit haben und einen gerechten Verdienst und nicht nur Heim und Kindererziehung.Ja -das ist schon Emanzipation und nicht nur junge Frauen gehören zu diesen neuen Wegen. Es werden verschiedene Produkte herstellt und verkauft.Unterstütz werden diese Betriebe von der Kanadischen Botschaft und von der Japanischen Botschaft.

1.) die Cooperative Kaktus "Aknari" in dem kleinen Ort Sbouya stellt Marmelade aus den Kaktusfeigen her und aus Datteln und die Blätter des Kaktus werden eingelegt wie bei uns Gurken.

Um zu dem kleinen Städtchen zu gelangen fährt man eine kleine Straße ca.18 Kilometer durch ein wahres Kakteenmmeer.Ein ungewöhnliches aber sehr schönes Bild!Der Weg lohnt sich !

2.) die Cooperative Tafyoucht stellt verschieden Produkte aus Arganienöl her.

Ihr könnt gerne ein mal nach lesen wie mühselig und aufwendig die Gewinnung des Öls ist.

Wir lieben dieses Öl obwohl es nicht gerade billig ist aber in Marokko auf jeden Fall günstiger als bei uns zu hause.Aber dieser intensive Nussgeschmack veredelt jeden Salat !

Leider war die Arganiengenossenschaft heute wegen eines Feiertages geschlossen.Aber auf dem Rückweg gehen wir noch einmal dort vorbei !

Die "Aknari " hatte aber offen.Sehr freundlich wurden wir begrüßt und es wurden uns auf eine sehr charmante Art von der jungen Chefin selbst alle Produkte gezeigt und erklärt und wir haben eine exklusive Führung durch die kleine Fabrik bekommen.Da heute auch wegen des Feiertages nicht gearbeitet wurde konnten wir alle Maschine ansehen.Und wir wurden von denn Frauen die anwesend waren lächelnd begleitet.Das war wirklich sehr interessant.Sprachschwierigkeiten wurden von uns allen mit drei Sprachen , 10 Händen und einem Schreibblock mit Kuli -zum Aufzeichnen !! wunderbar gelöst !Natürlich haben wir auch noch eingekauft - jetzt wollen wir ja auch wissen wie das alles schmeckt!Und wir durften sogar ein Foto -Werner mit Chefin !machen.was ja die Frauen eigentlich nicht mögen.Aber da sieht man auch den Wandel der arabischen Frau in der heutigen Zeit .Susi ist dann kurz ins Womo gegangen um für die Chefin ein kleines Dankeschön zu holen-ein kleines Parfüm das nach Kokosnuss duftet.Sie hat sich sehr darüber gefreut .Aber es hatten schon ein paar kleine Lausbuben bemerkt das wir im Hof der Cooperative standen.Hier bleibt nichts verborgen.Sie haben nichts gefragt oder gesagt aber uns schelmisch angelächelt und mit den Augen gezwinkert!Wirklich zum Knuddeln.Wir haben gefragt ob sie den einen Loli -( Karamell ) wollen und da sind ihnen fast die Köpfchen herunter gerollt vor lauter nicken.Natürlich wollten wir als Gegenleistung wieder ein Foto.Die restlichen drei Damen standen mit einem älteren Sohn etwas an der Seite .Und alle vier wollten auch gerne eine Loli haben-super lustig war das ,wie die alle gegrinst haben.Wir sagten das mit den Fotos als Gegenleistung.Aber die Mädels wollten nicht aufs Bild und deshalb musste eben der älter Sohn für alle hinhalten.Auch in Ordnung.Wir haben uns alle prächtig amüsiert.Die Verabschiedung war herzlich und man würde sich freuen uns wieder zu sehen.Zürck ging es wieder durch die einmalige Landschaft in Richtung Guelmim.Dort sind wir abgebogen auf eine Straße die uns an den Plage Blanche -den weißen Strand bringt.65 Kilometer immer gerade aus -endlose Weite und ein Vorgeschmack auf die Wüste.Rote Erde -Steine und auch wieder Kakteen -aber in anderen Formen.Wir überqueren den Qued Assaka -Wasser läuft -schöne Felsplatten liegen übereinander,das Ufer ist begrünt.Da uns bis dahin kein einziges Auto entgegen gekommen ist halten wir mitten auf den Straße an und lassen unser Augen ausruhen auf diesem stillen idyllischen Bild und dem starken Kontrast zu der restlichen Gegend .Wirklich eine Wohltat für die Seele !

Wir erreichen den weißen Strand,fahren ganz nach vorne auf ein Plateau.Und dieser Ausblick ist grandios -atemberaubend -phantastisch -unglaublich-unglaublich schön und wild .Der Atlantik der mit schäumenden Wellen kilometerlang an den Strand schlägt ,das Rauschen der Brandung ,die Sonne die alles in ein nebeliges blaues Licht taucht.Unter uns Sanddünen und viele keine Tümpel und ein Flusslauf der das ganze mit Wasser nährt.Erst bleiben wir eine Weile stehen und genießen die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und dieses Naturschauspiel.Dann laufen wir die Klippen entlang und die Landschaft ändert immer wieder ihr Bild aber nie unschön immer nur famos!

Hier halten wir es gut aus ,einfach im Sand sitzen und diese außerordentliche Schönheit dieser Gegend in uns aufnehmen.Bevor wir hier hinaus gefahren sind haben wir in Guelmim nur ein Brot kaufen wollen und haben dabei eine tolle Patisserie entdeckt.Die Auslagen sahen so lecker aus und es hat so verlockend geduftet das wir wieder mal nicht nein zu den kleinen Kalorienmonstern sagen konnten.Und der Preis war unschlagbar.-für acht Blätterteigstücke haben wir insgesamt 12 Dirham bezahlt -das ist nicht einmal 1,20 Euro für alles zusammen.

Aber Hallo -da muss man doch zugreifen !!Und mit diesen Leckelies haben wir unseren Besuch am weißen Strand beendet.So ein Panorama hatten wir noch nie zum Kaffee !

Wir können jedem Marokkobesucher nur raten einmal einen Ausflug dort hin zu machen.Das gibt es alles kostenlos und für jeden dem der Weg nicht zu weit ist.

Wir wollen in Guelmim übernachten und morgen weiter fahren.Also schnell zurück bevor es dunkel wird !Da sind uns zu viele Kamikazefahrer unterwegs.Den Platz finden wir schnell und wir sind die Einzigsten.Gegen später kommt noch ein Paar dazu das sich nicht sicher war ob das auch der Campingplatz ist -der Wächter hatte jetzt wohl so einen in der Krone das er irgendwo hingedeutet und es nicht ganz ersichtlich war wo den der Stellplatz jetzt eigentlich ist.Wir bestätigen das sie hier richtig sind und schon steht der Platzwart wieder da und möchte sofort das Geld von uns haben.Normalerweise zahlt man immer erst bei Abfahrt -aber er hat heute wohl einen guten Tag und möchte die " Blaue Stunde " noch etwas verlängern.Hoffentlich weiß er auch morgen noch das wir schon bezahlt haben ! Aber -da haben wir keine Bedenken.Noch ein wenig raus sitzen mit den Neuankömlingen,man lernt ja bei solchen Gesprächen immer wieder etwas dazu.

Beslama - auf Wiedersehen!

 

 

Der 6.November ist in Marokko Feiertag und hat einen sehr interessanten Hintergrund.Wen es interessiert -der kann den ganzen Text bei Wikipedia nach lesen.

Hier ein Auszug zu Info :

 

Wikipedia

Als Grüner Marsch wird ein 1975 vom Staat Marokko im Rahmen des Westsaharakonflikts organisierter Marsch von 350.000 größtenteils unbewaffneten Menschen bezeichnet. Der Marschweg führte vom südlichen Marokko in die zu Spanien gehörende Kolonie Spanisch -Sahara die heutige Westsahara, und sollte Spanien zur Übergabe der Kolonie an Marokko bewegen. Die Bezeichnung Grün rührt von der Farbe des Islam her.



Mittwoch ,7.11.2012

Irgend etwas stimmt heute nicht .Der Tag hat schon komisch angefangen.Kaum hatten wir gefrühstückt klopft es an unserer Türe und der nette junge Mann der uns gestern herein gelassen hat

steht davor und möchte die Übernachtungsgebühr kassieren.Wir erklären ihm das wir schon gestern Abend dem Nachtwächter das Geld gegeben haben.Nein -nein -meinte er -wir müssten noch die 60 Dirham bezahlen.Da kam auch schon unser Nachbar mit dem wir uns gestern Abend so gut unterhalten haben dazu und bestätigte das wir alle schon gestern Abend bezahlt haben.Der Verwalter war sichtlich böse -aber nicht auf uns -der Nachtwächter hat sich da wohl auf eigene Faust seinen Lohn erhöht.Und wir waren nicht bereit dafür gerade zu stehen.Und so musste es sich mit unserer Entscheidung zufrieden geben und muss sich die Einnahmen eben wieder zurück holen.Aber die sind bestimmt schon durch den Trunkenbold hindurch gerauscht.Wir packen zusammen und werden dann doch auch noch mit winken verabschiedet.Kaum auf der Straße -keine 2 Kilometer gefahren -eine Polizeikontrolle.Und wir werden das erste mal seit wir hier sind angehalten.Wir befinden uns hier jetzt in den Saharaprovinzen und da sind Kontrollen an der Tagesordung.Umso weiter man Richtung Mauretanien fährt um so öfters wird man auch kontrolliert.Da ist uns bekannt und wir haben damit gerechnet aber nicht jetzt schon.Wir fahren auf die Seite . Nagelbretter verhindern links und rechts das da einer ausbüchsen kann. Werner steigt mit den Pässen aus und füllt freundlich mit dem Beamten die Kontrollformulare aus.Da wir eigentlich erst nicht vor hatten so weit zu fahren , haben wir haben leider zu spät gelesen das man diese sogenannten " Fiches "-

( das sind schon vorab ausgefüllte Formulare die man dann nur ab gibt bei den Kontrollen ) in reichlicher Anzahl dabei haben sollte.So müssen wir eben bei jedem Stopp die Papiere ausfüllen.Da wird alles mögliche gefragt-wo man her kommt -wo man hin möchte -wie der Vater und die Mutter von uns heißen-was für einen Beruf man ausübt usw.

Alles ok und wir dürfen weiter fahren.Keine 10 Minuten später werden wir schon wieder angehalten.Man sollte immer sehr freundlich zu den Beamten sein und gut mitarbeiten sonst kann da schon mal das Auto komplett gefilzt werden.Also Werner raus aus dem Fahrzeug.Nette Begrüßung -Pässe übergeben.Der zweite Beamte ist schon am telefonieren und erhält die Info das wir gerade eine Kontrolle hatten.Wir dürfen weiter fahren und man wünscht uns eine gute Reise.Endlich raus aus der Stadt.Wir halten immer genügend Abstand zu unseren Vorausfahren da die Straßenränder oder auch die Beladungen der Fahrzeuge gefährlich sein könnten.Aber uns kommt jetzt eine Kolonne mit 6 LKW von vorne entgegen und wie immer fahren alle sehr zügig und auch etwas versetzt .Da lässt es auch schon einen lauten Knall und die Windschutzscheibe hat einen gehörigen Steinschlag abgekommen.Schitt !!!Was ist den heute nur los! Susi hat schon seit heute morgen eine pelzige rechte Hand und Schmerzen in der Halswirbelsäule.Verspannungen -wahrscheinlich reagieren da ein paar Nerven beleidigt.Es nützt jetzt auch nicht verärgert zu sein wie können nur hoffen das die Scheibe bis nach hause hält !Die Fahrt geht durch Wüstenlandschaft -nichts - nur braune Erde und ein paar Büsche .Aber man kann sehr weit blicken und diese Landschaft ist für uns trotzdem sehr außergewöhnlich da wir so etwas noch nie gesehen habe.Hier kann man ohne weiteres Filme über Lebewesen auf einem fremden Planeten drehen.Wir hatten früher eine Lieblingsserie - " Earth 2 " vielleicht kennt die ja jemand.Das hier erinnert uns sehr daran.Ein paar mal sehen wir Kamele in der Einöde stehen.Keine wilden -das gibt es heute nicht mehr .Die gehören schon jemanden.Aber es sieht so schön nach Wüstenfilm aus wie sie das stehen und liegen.Wo ist die Filmcrew ?Ohne weitere Vorkommnisse erreichen wir Tan -Tan .Zwei weiße Dromedare symbolisieren das Tor zur Wüste.Eine Garnisonsstadt mit viel Militär und einem großen Fischereihafen der in Tan-Tan-Plage liegt.Und schon steht die nächste Kontrolle an.Stöhn !

Und wieder die bekannte Prozedur.Alles ist in Ordnung.Aber der junge Polizist lässt uns einfach nicht losfahren.Er möchte uns unbedingt noch seine Deutschkenntnisse vorsprechen.Lachend und voller Freude legt er los :

in dem er sich unter seine Mütze fasst -und " schöne Haare " von sich gibt-

"gute Nacht - Hallo wie gehts -guten Abend -schlaf gut -schöne Träume -"

wahrscheinlich war er in den meisten Schichten abends oder nachts eingeteilt.Aber er sagt das so niedlich da man einfach lachen muß.Und wir loben ihn für seine gute Wortauswahl und lernen ihm noch schnell : schönen Tag noch -gute Reise -und auf Wiedersehen !!!

Er spricht uns nach und wünscht uns dann auch gleich nochmal eine gute Nacht !

Wir fahren um die Stadt herum und an de Strand Tan-Tan -Plage.Der Campingplatz liegt direkt am Meer.Das Wetter ist wunderbar und wir haben einen gute Sicht an den Strand.Direkt hinter uns steht ein MAN-Kat .Werner kommt sofort mit dem Besitzer ins Gespräch und schon nach kurzer Zeit findet er heraus das er die beiden Insassen schon gut kennt.Die beiden sind Weltreisende und wir haben schon vor zwei Jahren ihre Homepage verfolgt weil uns ihre Art der Berichterstattung so gut gefallen hatte und auch zwei Hunde mit an Bord waren.Dann war die Seite plötzlich weg .Walter und Marion haben uns dann auch erklärt warum das so war.Jetzt haben sie auch wieder eine neue Seite und schon zwei Bücher über ihre Erlebnisse geschrieben.Sie haben jetzt alles verkauft was sie hatten -einschließen 2 Häuser und sind jetzt geplante 13 Jahre wieder unterwegs -ihre nächste Reise führt sie nach Russland und China.Wer mal schauen möchte : http://www.katonworldtour.bytw.de

Das ist schon echt toll wenn man die Menschen live begegnet die man auf ihren Reisen schon begleitet hat und so an ihren Abenteuern teil haben konnte.Man hat fast das Gefühl das man sich schon kennt.

 



Donnerstag , 8.11.2012

Heute morgen hat es angefangen zu regnen.Da sind wir gleich im Bettchen geblieben und sind bis 12 Uhr dort herum gelümmelt.Heute ist PC-Tag.Wir müssen alles aktualisieren Systemprüfung machen , Banksachen erledigen , Emails beantworten , Infos zu Marokko lesen ,

Zwischendurch kommt die Sonne heraus aber der Wind ist kühl.Mal sehen was wir heute noch unternehmen-aber wahrscheinlich nicht viel.Die Faulenzertage dürfen wir nicht ausfallen lassen,die sind immerhin fest eingeplant!

 



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Freitag , 9.11.2012

Die Sonne strahlt vom Himmel als wir aufwachen.Das wird wieder ein schöner Tag.Mit der Hausarbeit sind wir schnell fertig und dann geht es an den außergewöhnlichen Strand -nur 100 Meter von unserem Stellplatz zu laufen.Durch die kleinen Dünen und wir sind schon da.Es gibt hier zwar auch schönen weichen Sand aber uns gefallen die ausgewaschenen Felsen und Steine viel besser.Eine bizarre Landschaft.Vorsichtig laufen wir über die mit Minimuscheln überzogenen Formationen die zwar steinhart sind aber schon sehr scharfe Kanten haben .Und durch das Moos das sich gebildet hat ist die Rutschgefahr natürlich hoch..In den Mulden die das Salzwasser ausgespült hat leben viele kleine Tier.Muscheln , kleine Schnecken , große Schnecken ,Seeigel und Minifischchen.Das Wasser ist sehr klar und wir können alles gut sehen.Die Sonne brennt heiß auf der Haut aber der Wind sorgt für einen angenehmen Aufenthalt.Die Fläche die wir überblicken sieht aus wie ein Labyrinth.Verschlungene Gänge und verschiedene Öffnungen und alles ist miteinander verbunden.Der Atlantik schlägt mit lautem Getöse über die Barierre. Wir laufen zurück und durchqueren dabei eine freie Fläche im Sand .Dort hat Marion gestern Abend ,als sie den Sonnenuntergang fotografieren wollte eine wilde Hündin entdeckt die hier ihre Welpen zur Welt gebracht hat .In einer Mulde von der ein paar kleine Höhlen abgehen lagen sechs süße Hundebabys.Die Mutter ist sofort weg gerannt um von den Kleinen abzulenken.Marion hat erfahren das der Wachhund vom Campingplatz wohl der Papi ist und man den Wollis und der Mama Hundefutter und Wasser hinstellt.Das ist ja in Marokko keine Selbstverständlichkeit .

Jetzt wollen wir auch mal schauen ob wir von den Knuddels was zu sehen bekommen.Und tatsächlich -die Mama nimmt gleich wieder Reißaus und legt sich in ein paar Meter Entfernung hinter die Büsche.Wir sehen in den Höhlen die Jungen liegen und sind angenehm überrascht das sie alle wohlgenährt und recht proper aus sehen.Zu gerne würden wir einen Kleinen streicheln aber wir wollen keinen Aufruhr verursachen und die Mutter wieder zu ihren Jungen zurück lassen.In einer kleine Mulde entdecken wir dann noch ein Einzelkind das wohl nicht mehr mit den Anderen ins Loch gepasst hat.Da wird es jetzt langsam eng für alle.Süß und so niedlich.Aber auch dieses fassen wir nicht an und ziehen uns zurück .Um so mehr wir uns entfernen um so näher kommt die Mutti wieder an die Kinder.Wir bleiben hinter einem Busch stehen und sehen dann wie die kleine Meute aus dem Bau wuselt und das alle auch gesäugt werden.Denen geht es soweit gut-die werden wohl alle durch kommen.Unsere Nachbar ,Walter und Marion setzen sich zu uns herüber und wir verbringen einen schönen Nachmittag mit interessanten Gesprächen.Es wird schnell dunkel und etwas frischer so das wir auf die Idee kommen einen Glühweinabend einzulegen.Wir haben in weiser Voraussicht 8 Flaschen guten Württemberger Glühwein mit genommen als hätten wir schon eine Ahnung das wir ihn brauchen könnten.Walter und Marion kommen zu uns ins Womo und es wird ein gemütliches Beisammensein.Die Beiden sind so ein nettes ,sympathisches und weit gereistes Paar das wir schnell ins Herz geschlossen haben.Sie erzählen von ihren Erlebnissen so ehrlich und unverblümt das wir wieder einmal das Gefühl haben jemanden kennen gelernt zu haben der für uns eine Bereicherung ist.Und ihre Webseite ist witzig und spritzig und informativ.Schön beseelt und wunderbar müde gehen wir recht spät alle in die Koje.



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Samstag , 10.11.2012

Wir wollen heute weiter fahren.Als letztes südlichste Ziel in Marokko haben wir eine Lagune in einem Nationalpark ausgesucht.Die Khnifiss-Lagune in der Nähe von Akhfennir.Dorthin kommen wir über die Küstenstraße die hinunter geht bis zur mauretanischen Grenze.

Wir befinden uns jetzt schon in den Saharprovinzen aber bis zur Lagune wollen wir noch ein Stück weit in die Wüste vordringen.Es wäre auch möglich mit unserem Fahrzeug bis Mauretanien zu fahren und durch eine neu geteerte Straße mitten durch die Westsahara wieder nach Tan -Tan .Aber wir wollen unserem Brummi nicht noch mehr zumuten und uns selbst nicht auch noch in ein Abenteuer mit offenem Ausgang.Als wir soweit fertig sind verabschieden wir uns von unserer netten Neubekanntschaft -Walter und Marion - die noch ein paar Tage hier bleiben wollen und dann aber diese Strecke die wir nicht ganz fahren machen wollen.Schön war es mit den Beiden und wir sind uns auch diese mal sicher das wir uns wieder sehen werden.Dann geht es nach Tan-Tan direkt. Auf unserem Campingplatz wollten wir kein Wasser einfüllen da es in große Plastiktanks gelagert wird und uns die Wasserqualität nicht so geheuer war.Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Campingplatz auf dem man Wasser tanken kann -Trinkwasser aus der Leitung.Kostet 100 Liter -25 Dirham-ca.2,50 Euro .Nun ist das auch wieder erledigt und kurz vor der Stadt kommt wieder die erste Polizeikontrolle -aber heute dürfen wir durch fahren.Eine Shell-Tankstelle ist unser nächstes Ziel.Man könnte zwar weiter unten Richtung Grenze günstiger tanken aber das ist schlechterer Diesel und wir wollen lieber bei unserer Qualität bleiben und der Preis mit 0,80 Euro für einen Liter ist ja auch ganz ok.Werner füllt den Tank und Susi macht sich auf die Suche nach Baguette.Das Fladenbrot bekommt man zwar überall aber uns schmeckt es einfach nicht besonders gut.Und es gibt eben nur Fladenbrot und selten auch man Baguette.Die Suche ist erst einmal in soweit erfolgreich das Susi von einem betörenden Duft in eine Patisserie gezogen wird.Da gibt es zwar kein Brot aber wieder einmal super leckere Teilchen aus Blätterteig ,noch warm und frisch aus dem Backofen.Und auch der Preis ist wieder einmal unschlagbar.Für sechs Teile -9 Dirham -ca.0,90Euro -und noch eine Tüte dazu!Aber die komplette Straße rauf uns runter -kein Baguette.!

Leicht frustriert - ( auf die nächste Reise kommt der Brotbackautomat mit !!!) entdeckt Werner beim Vorbeifahren doch in einem Minilädchen die Wunschbrote.Vier Stück werden eingepackt.So fertig.Wir fahren die Hauptstraße zur Stadt hinaus,an einer Schule vorbei und zack hören wir wieder einmal einen Steinschlag an unserem Fahrzeug!Das ist doch echt zum kübeln !!Warum erwischt es uns schon wieder! Da hätte man schon Lust schnell wieder nach Hause zu fahren.Und gestern hatten wir gelesen, für Marokkaner ist so eine Delle nichts schlimmes -ein Auto ist erst dann kaputt wenn es nicht mehr fährt.Na dankeschön !!Und da stehen schon wieder die Uniformierten ! Aber auch hier haben wir heute wenigstens Glück und wir dürfen durch fahren.Wir haben aber Gelegenheit dort zu halten und wir wollen unsern neuen Schaden begutachten.Aber -oh Wunder -es ist nichts zu sehen.Der Stein muss an der Kunststoffscheibe abgeprallt sein .Oh Mann ! wenigstes das ist uns doch erspart geblieben.Aber wütend sind wir doch auf das Schulvolk !Und nun geht es auch ohne Probleme weiter.Ob wohl viele uns gesagt haben die Weiterfahrt lohne sich nur wenn man nach Mauretanien wolle sehen wir das anders.Für uns ist jede Landschaft schön da alles seinen eigenen Reiz hat .Zuerst geht es entlang der Küste -links und rechts nicht Besonderes .Dann aber fahren wir an der Steilküste entlang.Hohe Klippen ,aufpeitschendes Meer , Wellen die sich an den Felsen brechen.Wunderbar.Wild , unbändig und gewaltig.So ähnlich haben wir es auch schon in Portugal gesehen aber hier erscheint es uns gefährlicher und ungestümpter.Wir steigen aus und der Wind spült uns fast ins Meer .Es pfeift in den Ohren und Susis offene Haare fliegen ihr um den Kopf und machen sie blind!Das kann ja Werner wenigstens nicht passieren .

Und weiter geht es .Jetzt sieht man auch Fischer an den Klippenrändern die ihre Angelschnur weit in die Klippen geworfen haben.Uns wäre diese Art zu Angeln zu gefährlich.Der Sand wird immer mehr und türmt sich schon ab und zu am Straßenrand.Drei mal haben wir ein tolles AH -Erlebnis als wir schöne Buchten durchfahren in denen sich das Wasser türkisblau und dunkelblau in die Landschaft schmiegt.Plötzlich steigt die Straße etwas an und wir kommen in einen Durchgang durch Felsen -auf beiden Seite -wie durch eine Schleuse.Und auch hier am Ende eine toller Anblick.

Es ist nicht mehr weit zur Lagune -ca. noch 40 Kilometer -und noch etwas 20 Kilometer bis zur Stadt Akhfennir.Wieder eine Kontrolle.Man möchte gerne ein Fish von uns das wir ja leider nicht haben -also muss Werner wieder einmal ausstiegen und beim Ausfüllen behilflich sein.Aber es geht schnell und man zeigt uns noch sehr freundlich den Weg.In der Stadt angekommen wollen wir uns die Genehmigung zur Übernachtung in der Lagune beim Forstamt holen.Die kostet pro Nacht 40 Dirham und man benötigt Sie weil wir in einen Nationalpark fahren.Aber die Station hat geschlossen und Susi marschiert kurzer Hand in die Polizeistation um nach zu fragen.Da sitzen drei in Uniform ,bei Tee und Gebäck und schauen etwas irritiert als Besuch kommt.Schnell die Mütze wieder auf und eine nette Begrüßung.Susi trägt ihr Anliegen vor uns erklärt an Hand des Reiseführers was wir möchten.Tja - die Station hat im Winter geschlossen-Wir können einfach zur Lagune fahren -dort auch übernachten und wenn es Probleme gibt sollen wir wieder zu Ihnen kommen.Sehr ,sehr nette Beamte !!Es ist nicht mehr weit ,immer mehr Wüste ,immer weniger Büsche ,dann nur noch Sand.Die kleine Teerstraße übersehen wir fast da sie völlig mit Sand überschüttet ist.Langsam kommen wir Richtung Meer und da sehen wir auch schon zwei Wohnmobile stehen und oh Zufall .Es sind zwei Franzosen die heute morgen noch auf dem gleichen Campingplatz in Tan-Tan-Plage wie wir waren.Haben doch alle immer die gleichen Ziele.Die Lagune ist wunderschön und wir stellen uns nahe an den Rand damit wir einen schönen Ausblick haben.Aber es geht ein so starker Wind das es einem die Worte vom Mund wegreißt und wir uns mit alles Kraft dagegen stemmen müssen damit es uns nicht weg weht.Wir machen trotzdem einen Spaziergang und unten im Grün können wir Flamingos ,Fischreiher und Austernfischer sehen.Kleine Fischerboote liegen am Ufer und ein paar sind auch auf den Wasserstraßen.Wir gehen ins Womo und wollen abwarten ob das Wetter morgen ruhiger ist.Als es dunkel wird klopft es am Fenster und jetzt ist plötzlich der Forstwart da aber es kostet im Winter nur 20 Dirham -das ist ok.Unser Heim wird durch geschüttelt und es pfeift wie in der Prärie.Mal sehen wir die Nacht wird .Der Himmel ist sternenklar und den schönen roten Sonnenuntergang haben wir durch die Frontscheibe -in unseren Fahrsitzen lümmelnd beobachtet.Da kann es morgen eigentlich nur schön werden .Wir lassen uns überraschen.



Werner & Susanne Vogg on tour

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Viel zu spät begreifen viele
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Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's! Reise, Reise!

 ( Wilhelm Busch)